Trotz laufenden Rechtsstreits

Windräder in Veserde: „Wir bauen, bis einer Stopp ruft“

Baustart Windräder in Veserde: 24 Tonnen Bagger wird geliefert. Es kommen noch schwerere Geräte und Kräne.
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Baustart Windräder in Veserde: Ein 24-Tonnen-Bagger wird geliefert. Es kommen noch schwerere Geräte und Kräne.

Nun wird in Veserde gebaut. Der Bau von zwei weiteren Windrädern hat offiziell begonnen. Trotz laufenden Rechtsstreits sind die Investoren zuversichtlich.

Nachrodt-Wiblingwerde – Jörg Kohberg und Rainer Goeken können es kaum glauben. Für die beiden Geschäftsführer der Investorengemeinschaft Naturstrom Veserde ist es ein ganz besonderer Tag. 1944 Tage sind vergangen, seit die Baugenehmigung für die Errichtung zwei weiterer Windräder in Veserde eingereicht wurde. Und jetzt rollen die Bagger an.

„Das ist schon schön zu sehen. Jetzt geht es endlich richtig sichtbar los“, freut sich Jörg Kohberg. Er hat zum Bauauftakt alle Hände voll zu tun, denn die Arbeiten müssen genau koordiniert werden. Verschiedene Gewerke, unterschiedliche Firmen mit etlichen Mitarbeitern rücken in den kommenden Tagen an. Vor den Baggern kamen erst einmal Mitarbeiter der ökologischen Begleitung, um den Ist-Zustand des Areals in Veserde aufzunehmen.

Veserde: 24-Tonnen-Bagger, Kräne und Co. rücken an

Erst danach war der Weg für Alexander Gordes und seine Mitarbeiter frei. Gleich an mehreren Stellen im Wald nimmt das Bauunternehmen aus Arnsberg die Arbeit auf. „Wir haben heute erst einmal nur zwei Bagger dabei. Einen kleineren und einen 24-Tonner. Im Vergleich zu dem, was die Tage hier noch anrückt, ist das eher kleines Gerät“, erzählt der Bauunternehmer lachend.

Während der große Bagger im Wald abgeladen wird, sind die Vorbereitungen am Standort des ersten Windrads im vollen Gange. „Hier wird das Baufeld mit Bauzäunen eingegrenzt“, erklärt Jörg Kohberg. Der Grund: Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde vom LWL ein Pingenzug entdeckt.

Spannender Fund im Boden

Eine Pinge ist eine Vertiefung, die durch Bergbautätigkeiten entstanden ist. „Vermutlich wurde hier im Mittelalter Erz abgebaut“, sagt Koberg. Die Vertiefungen entstanden, weil alte Gruben einstürzten oder dort oberflächlicher Abbau stattfand. „Aus diesem Grund wird der Baubereich ganz klar abgegrenzt, damit dieser archäologische Fund nicht beeinträchtigt wird. Das ist Bestandteil der Baugenehmigung“, erklärt der Geschäftsführer.

Hier geht’s nicht weiter: Der Baubereich für die beiden Windräder in Veserde und die Baustelle werden eingezäunt.

Absolute Priorität hat in dieser Woche der Wegebau. „Wir haben Glück, dass die Wirtschaftswege in diesem Bereich bereits sehr gut sind. An einigen Stellen müssen wir aber noch nacharbeiten“, berichtet Koberg. Für den Bau müssten die Wege mindestens 4,50 Meter breit sein und zudem auf einer Breite von 6,5 Metern freigeschnitten sein.

Fundamente für Windräder werden gegossen

An den beiden Windradstandorten müssen nicht mehr viele Bäume gefällt werden. Der erste Standort befindet sich am Rand eines Wildackers und ist bereits recht frei. Der zweite Standort ist ebenfalls bereits gut zugänglich. „Hier standen Fichten, die bereits im letzten Jahr dem Borkenkäfer zum Opfer fielen. Und hier sind noch ein paar Birken, die weg müssen“, erzählt der Geschäftsführer.

Für die Vorarbeiten planen die Investoren gut eine Woche. Dann geht es an die Fundamente. „Knapp vier Meter tief muss hierfür ausgeschachtet werden. Die Fundamente müssen dann gegossen werden und trocknen“, erklärt Jörg Koberg das weitere Vorgehen.

Trotz Klagen: Investoren zuversichtlich

Die Arbeiten werden vorangetrieben. Doch es gibt Ungewissheit, ob es zu einem weiteren Baustopp kommt. Am Freitag ging der Eilantrag auf Anordnung einer aufschiebenden Wirkung ein, den die Stadt Hagen und die Gemeinde stellten. Dadurch soll das Gericht für Nachrodt eine Interessenabwägung vornehmen. Einfach gesagt prüft das Gericht nun gerade die Erfolgschancen der aktuellen Klage. Derzeit haben die Investoren eine gültige Baugenehmigung.

Gute Laune zum Auftakt des Baustarts der Windräder Veserde: (v.l.) Rainer Goeken und Jörg Kohberg von der Investorengemeinschaft mit Bauunternehmer Alexander Gordes und Thomas Bäcker.

Denn aufgrund des Investitionsbeschleunigungsgesetzes sind aufschiebende Wirkungen von Drittklagen nicht mehr zulässig. „Wir bauen, bis hier einer mit einem amtlichen Schreiben steht und Stopp ruft“, sagt Rainer Goeken. Die Geschäftsführer gehen nach eigenen Angaben jedoch nicht davon aus, dass das Gericht dem Antrag statt gibt und es zu einem Baustopp kommt. Kohberg sagt: „Wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, werden hier im Sommer zwei Windräder stehen.“

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