Bauhof-Team fürchtet die Zerschlagung

Das Team von Bauhof-Vorarbeiter Marc Trappe (rechts) kann sich mit der Idee, demnächst in einem interkommunalen Bauhof zu arbeiten, nicht anfreunden. Sie haben in einem eigenen Konzept Einsparmöglichkeiten aufgezeigt. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ In der Bevölkerung hat das Team des Bauhofes einen guten Ruf. In den Augen vieler Politiker, glauben die Männer um Vorarbeiter Marc Trappe, kommen sie dagegen nicht so gut weg. Darin sehen sie auch einen Grund dafür, dass der Bauhof der Doppelgemeinde mit dem der Stadt Altena zusammengeführt werden soll. Doch sie wollen sich dagegen wehren.

In langwieriger Kleinarbeit hat Vorarbeiter Marc Trappe mit seinen Kollegen ein Konzept ausgearbeitet, in dem sie aufzeigen wollen, wie der Bauhof der Doppelgemeinde in Zukunft effektiver, vor allem aber kostengünstiger als die oftmals beauftragten Fremdunternehmen arbeiten kann. Sie haben gerechnet und Angebote eingeholt, sich bei anderen Bauhöfen umgehört und eigene Ideen entwickelt.

Mit Mietgeräten könnten sie selbst zum Beispiel kleinere Tiefbauarbeiten wesentlich kostengünstiger erledigen als örtliche Tiefbauunternehmen, behaupten die Bauhofmitarbeiter. In ihrem Konzept schlagen sie auch flexiblere Arbeitszeiten mit Einrichtung eines Arbeitszeitkontos vor, um einmal begonnene Arbeiten möglichst ohne größere Unterbrechung zu ende bringen zu können. Das soll Kraftstoffverbrauch und Rüstzeiten reduzieren. Außerdem könnten sie sich vorstellen, einen Lastwagen durch einen Ackerschlepper zu ersetzen. Der sei durch den Anbau von Salzstreuer, Schneepflug, Kippanhänger Mulcher und andere Geräte vielseitig und ganzjährig einsetzbar, lautet ihr Argument. Darüber hinaus können sich die Bauhofmitarbeiter durchaus vorstellen, demnächst wieder den Winterdienst für das gesamte Gemeindegebiet zu übernehmen. Mit vier Kräften könne ein Bereitschaftsdienst aufrecht erhalten werden, meinen sie und haben errechnet, dass sich dadurch eine jährliche Kostenersparnis alleine durch geringere Stundenlöhne von fast 25 Prozent ergeben könnte.

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Gegen Kooperation mit Altena regt sich Widerstand

Marc Trappe und seine Kollegen sind enttäuscht, dass sich die Politiker mit ihrem Konzept angeblich nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben. „Die sollen sich ruhig mal mit uns an einen Tisch setzen“, fordern sie die Ratsmitglieder zum konstruktiven Dialog auf. Diese Gesprächsbereitschaft seitens der Politik vermissen sie bislang ebenso wie die Anerkennung ihrer Arbeit für die Gemeinde. „Wir sind eine Truppe mit hohem Verantwortungsbewusstsein. An 365 Tagen im Jahr sind wir 24 Stunden für die Gemeinde im Einsatz“, behauptet der Vorarbeiter und nennt viele kleine und größere Gelegenheiten, bei denen er und seine Mitarbeiter oft auch auf dem so genannten kleinen Dienstweg Hilfe geleistet haben: Möbeltransport in einer Schule, Beseitigung eines vom Sturm umgestürzten Baumes, Unterstützung der Handwerker im Gartenhallenbad, Herrichtung des Dorfplatzes für eine Veranstaltung. Wie zur Bestätigung fordert die Betreuung der Wiblingwerder Grundschule Hilfe des Bauhofes an, weil sich durch den Frost eine Eingangstür nicht mehr richtig öffnen lässt. „Diese bürgernahe Unterstützung durch den Bauhof würde verloren gehen, befürchtet Marc Trappe negative Auswirkungen einer Fusion mit dem Altenaer Bauhof. Zudem sei das Einsparpotenzial voraussichtlich gering, hoch dagegen der Preis: „Eine schlagkräftige Truppe, die immer für die Bürger da ist, würde zerschlagen“, glaubt Trappe. Zusammen mit seinen derzeit sieben Kollegen hofft er, dass sich die Politiker doch noch einmal ernsthaft mit dem Bauhof-Konzept befassen und sich am Ende gegen eine Fusion mit Altena entscheiden. „Wir würden gerne morgens wieder mit Freude zur Arbeit gehen“, sagt Trappe. Die Kollegen am Tisch nicken zustimmend, denn eigentlich engagieren sie sich gerne für die Gemeinde. ▪ vg

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