„Bewerber einfach ausgeladen“

Baugenossenschaft: Lüdenscheider interessiert

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Die Wohnungsgenossenschaft Lüdenscheid bietet eine Kooperationsvereinbarung an.

Nachrodt-Wiblingwerde - Spannende Entwicklungen bei der Baugenossenschaft: Nachdem das AK über das Vorhaben berichtet hatte, dass die laufenden Geschäfte an eine Hausverwaltung abgegeben werden sollen, meldete sich Markus Kaiser, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Lüdenscheid: 

„Vielleicht können wir Nachrodt aus der Klemme helfen.“, so Markus Kaiser. Nach einem Gespräch mit dem Aufsichtsrat haben die Lüdenscheider nun eine Kooperationsvereinbarung angeboten. 

Am kommenden Donnerstag ist ein Gespräch geplant. Dann wird Bürgermeisterin Birgit Tupat als Aufsichtsratsvorsitzende mit Lars Wygoda nach Lüdenscheid fahren. 

"Klingt vielversprechend" 

„Es klingt erst einmal vielversprechend“, so Birgit Tupat zum Angebot – und es sei sicherlich auch von Vorteil, dass die Lüdenscheider Wohnungsgenossenschaft mit demselben Berechnungssystem arbeite wie die Nachrodter Baugenossenschaft. 

„Wir hatten sie gar nicht auf dem Schirm und sind nur auf die üblichen Verdächtigen zugegangen“, erklärt Birgit Tupat, warum die Lüdenscheider nicht von vornherein im Gespräch waren. 

Eine Entscheidung ist allerdings noch längst nicht getroffen, denn es liegt auch ein Angebot von Steinbach und Dahlhaus aus Halver vor. 

Vorstand irritiert 

Vorstand irritiert Unterdessen ist der Vorstand der Nachrodter-Wiblingwerder Baugenossenschaft mehr als irritiert. Denn Renate Rump, Johannes Eickmann und Jürgen Röll hätten sich statt eines Outsourcings der laufenden Geschäfte sehr gut ein hauptamtliches Vorstandsmitglied vorstellen können. 

Die Stelle war ausgeschrieben. Allerdings, so hatte Bürgermeisterin Birgit Tupat erklärt, waren entweder die Gehaltsvorstellungen für die Baugenossenschaft indiskutabel oder „die Bewerber kamen aus ganz anderen Bereichen, waren völlig themenfremd.“ 

Diese Aussage kann Johannes Eickmann nicht nachvollziehen. „Die sieben Leute, die eingeladen werden sollten, waren alle vom Fach“, so Eickmann. Man habe sie einfach wieder ausgeladen. Auch hätten sie nicht zu hohe Gehaltsvorstellungen gehabt. 

„Wieso sind sie mit 65000 Euro zu teuer? Wenn Steinbach & Dahlhaus Immobilien 140000 Euro kosten, kann ein I-Männchen rechnen, was teurer wird“, ist Johannes Eickmann nicht erbaut von der Entwicklung. „Ich sehe die Logik nicht.“ 

Birgit Tupat verteidigt mit Zeitfaktor

Als Aufsichtsratsvorsitzende verteidigt Birgit Tupat das Vorgehen unter anderem mit dem Zeitfaktor. Denn schon im Dezember und früher gehe der ehrenamtliche Vorstand und man müsse einen Neuen, der vielleicht auch Kündigungszeiten habe, auch erst einmal einarbeiten. 

Zudem sei eine Immobilienverwaltung breit aufgestellt und biete auch beispielsweise eine Notrufnummer an 365 Tagen. 

"Wir können morgen einsteigen"

Und jetzt? Steht gerade das Angebot der Wohnungsgenossenschaft Lüdenscheid im Raum. „Wir können morgen einsteigen.“ „Ich bin gespannt“, erklärt Markus Kaiser im Gespräch mit dem AK. Er habe am Rande immer mitverfolgt, was in den Nachbarstädten passiere. 

„Wir wissen, dass der Markt in Nachrodt anders ist als in Lüdenscheid, aber wir kennen uns mit dem Geschäftsfeld bestens aus." Zudem habe man schon öfter in der Doppelgemeinde ausgeholfen, wenn Not am Mann war. 

Strukturelle Voraussetzungen

„Wir haben das Know-how, die personellen und strukturellen Voraussetzungen", wirbt Markus Kaiser für sein Angebot an die Nachrodter-Wiblingwerder. 

„Wir sind zwar nicht der klassische Dienstleister, der Hausverwaltung anbietet, aber wir sind natürlich absolute Verfechter des Genossenschaftsprinzips. Und wir können morgen einsteigen.“ 

Ansprechpartner vor Ort für die Mieter seien übrigens selbstverständlich. „Man muss vor Ort Präsenz anbieten.“ Expandieren wollen die Lüdenscheider übrigens nicht. „Aber wenn wir die Möglichkeit haben, zu helfen, dann machen wir das auch.“

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