Mieter in 45 Wohnungen betroffen

Baugenossenschaft möchte acht Häuser verkaufen

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Von insgesamt acht Häusern möchte sich die Baugenossenschaft trennen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die gute Nachricht zuerst: Die Baugenossenschaft möchte wettbewerbsfähig bleiben. Handwerker geben sich gerade am Stübchenstück die Klinke in die Hand, um Wohnungen zu sanieren. Erste Vermietungserfolge sind ebenfalls erzielt. Und die Kehrseite der Medaille? Einige Häuser sollen verkauft werden. Genau: acht Gebäude. Betroffen sind Mieter in 45 Wohnungen.

Von fünf Häusern Im Grund (die Nummern 1, 3, 5, 7, 9) und von den Gebäuden an der Hagener Straße (16 bis 26) möchte sich die Baugenossenschaft trennen. „In den letzten Jahren hat sich der Wohnungsmarkt im gesamten Märkischen Kreis und auch in Nachrodt-Wiblingwerde stark verändert. Die Anforderungen der Wohnungssuchenden sind sehr unterschiedlich, in der Regel werden Wohnungen in guten Lagen und guter Ausstattung zu adäquaten Mietpreisen gesucht. Um diese Anforderungen auch zukünftig erfüllen zu können, hat die Baugenossenschaft ein neues Konzept entwickelt“, sagt Vorstand Markus Kaiser, der den vom Verkauf betroffenen Mietern vorgestern persönlich die Nachricht in die Briefkästen steckte.

Getreu dem Motto „Neue Besen kehren gut“ ist es die Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. „Wir machen es kleiner, aber dafür umso feiner“, verspricht Markus Kaiser und ist fest davon überzeugt, dass das neue Konzept schlüssig ist und „auch funktionieren wird.“ Und so sollen nun erst einmal acht der 58 Häuser der Baugenossenschaft verkauft werden. Dass es Interessenten geben wird, daran zweifelt der Vorstand nicht.

Auch dieses Haus an der Hagener Straße 20 soll verkauft werden.

Aber warum genau diese Häuser? „Wir haben das lange diskutiert. Wir glauben, dass es aus Sicht der Genossenschaft langfristig nicht wirtschaftlich ist, diese Häuser zu betreiben. Da klafft das Verhältnis zwischen Mieterträgen und entsprechenden Instandhaltungskosten. Wir wollen keine Gewinne, aber auf lange Sicht eine schwarze Null“, erklärt Markus Kaiser. Wie das AK berichtete, gibt es eine neue „Führungsriege“ bei der Baugenossenschaft. Die laufenden Geschäfte werden jetzt von der Wohnungsgenossenschaft Lüdenscheid geleitet.

Markus Kaiser führt den Vorstand an. Der Lüdenscheider übernahm im September den Platz von Johannes Eickmann, der die Altersgrenze erreichte. Für Renate Rump, die Ende des Jahres in Rente ging, ist Guido Schönau gekommen. Für Jürgen Röll ist jetzt Jens Philipp Olschewski im Boot. Ihr Ziel: auf dem Wohnungsmarkt bestehen zu können. Jetzt leer stehende Wohnungen sollen in einen zeitgemäßen Zustand versetzt werden. Wie in der Vergangenheit schon praktiziert, werden Wohnungen zusammengelegt, die heiß begehrten Balkone angebracht und auch Außenanlagen saniert. Und: „Wir werden sicherlich auch über solche Dinge wie in Altena nachdenken: Gästewohnungen, Trennungswohnungen, Ferienwohnungen“, sagt Markus Kaiser. All diese Dinge stehen im Raum, „aber im ersten Schritt wollen wir den Leerstand bekämpfen, um wirtschaftlich weiter arbeiten zu können.“

Das Haus, in dem die Geschäftsstelle der Baugenossenschaft untergebracht ist, soll erhalten bleiben. Auch aus historischen Gründen. Tirza Schmalenbach kümmert sich dort um das Tagesgeschäft. Ob jetzt Mieter der zum Verkauf stehenden Wohnungen bei ihr Sturm laufen werden?

„Wir lassen die Mieter nicht allein. Wenn sie weiter in einer Genossenschaftswohnung leben möchten, werden wir ihnen alternative Wohnungen anbieten“, verspricht Markus Kaiser. Und selbst wenn die Häuser verkauft seien, so „sind die bestehenden Verträge weiterhin gültig.“

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