Bauernmarkt abgesagt, Weihnachtsmarkt in der Krise

Wohin geht die Reise für den Weihnachtsmarkt? Der Arbeitskreis, der die einzige Großveranstaltung im Gemeindegebiet vorbereitet, ist deutlich geschrumpft. Foto: Krumm

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Rahmenbedingungen für den Weihnachtsmarkt 2014 hat der Arbeitskreis in dieser Woche mit Ach und Krach festlegen können. Den Wiblingwerder Bauernmarkt, um den sich das selbe Komitee auch kümmern wollte, hat es abgesagt. Gerade einmal drei Mann waren am Dienstag zur Planungssitzung für die Großveranstaltungen gekommen.

„Das reicht einfach nicht, um solche Projekte zu stemmen“, bedauert Hans-Peter Clever. Einst waren sie zwölf, jetzt sind noch acht Planer im Arbeitskreis Weihnachtsmarkt verblieben. Johannes Illerhaus hatte sich für die Dienstagssitzung abgemeldet und die vier übrigen eingeladenen Sitzungsteilnehmer, die immerhin 50 Prozent des Komitees ausmachen, fehlten unentschuldigt. Böse ist ihnen Hans-Peter Clever nicht, aber er will gern öffentlich verdeutlichen, auf welch dünnem Personalgerüst der Nachrodt-Wiblingwerder Weihnachtsmarkt steht. „Wenn da nur einer fehlt, merken wir das“, gibt der umtriebige Unternehmer zu bedenken.

Zauberhaftes Fest am Holensiepen

An Arbeitskräften mangelt es auch bei der Umsetzung. Der Weihnachtsmarkt 2013 habe das gezeigt. Aus der Gemeinde waren bei weitem nicht ausreichend Helfer gewonnen worden, die sich um Aufbau und Versorgung der Hütten, Zelte und Stände am Holensiepen beteiligen konnten. Externe Kräfte mussten herbeigerufen werden, die bezahlt werden wollten. Für den Abbau zog Clever Mitarbeiterinnen aus dem von ihm geführten Edeka-Markt ab, die nach dem Weihnachtsmarkt den Platz wieder räumten. Ein Gewinn für die Planungskasse kam trotzdem nicht herum: „Zum Glück war das Minus in einem Rahmen, der noch auszugleichen war. Ein großes Verlustgeschäft können wir uns aber nicht leisten“, bringt es Hans-Peter Clever auf den Punkt.

Der Arbeitskreis hat beschlossen, dass 2014 eingespart wird. „Das Programm müssen wir kleiner fahren”, erklärt Clever. Er selbst hat immer gern die Fühler ausgestreckt nach interessanten Künstlern wie Stelzenmann, Nikolaus und Feuerspucker, die den Markt attraktiv machten. Auch für den Wiblingwerder Bauernmarkt, der für den 23. August 2014 geplant war, hatte Clever schon vorausgeplant. Einen landwirtschaftlichen Streichelzoo und eine Bühne hatte er gebucht und die Erzeuger heimischer Produkte eingeladen. „Für das Drumherum aber brauchen wir Helfer. Die finden wir einfach nicht”, bedauert er.

Besonders schade ist das in Anbetracht der Tatsache, dass für Vereine und Institutionen auch der eine oder andere Euro abfallen kann durch eine Beteiligung an solchen Großveranstaltungen. Backt ein Kindergarten Waffeln, eine Feuerwehrlöschgruppe Reibeplätzchen und serviert der Gesangverein Erbsensuppe, bleiben die Verkaufserlöse in diesen heimischen Institutionen. „Es sollte in jedermanns Interesse sein, dass in Nachrodt-Wiblingwerde gute und erfolgreiche Veranstaltungen stattfinden. Wenn alle an einem Strang ziehen, muss so etwas zu schaffen sein“, glaubt Hans-Peter Clever.

Der Bauernmarkt ist bereits Geschichte, noch bevor er erstmals stattgefunden hat. Den Weihnachtsmarkt will Clever aber nicht sterben sehen und frühzeitig die Weichen dafür stellen, dass der Arbeitskreis 2015 nicht allein da steht. Der Geschäftsmann plant für jenes Jahr seinen beruflichen Rückzug aus der Doppelgemeinde, in der er aber nicht wohnt. Er ruft deshalb jeden Bürger auf, seine Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, damit genügend Helfer da sind, die sich um Organisation und Umsetzung kümmern. Auch künstlerisch begabte Menschen, die etwas zum Programm beitragen können, werden gebraucht. „Ich glaube, dass wir alle zusammen es schaffen können”, gibt sich Hans-Peter Clever zuversichtlich. „Es braucht aber einen kleinen Ruck!“ - Ina Hornemann

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