Rituale bestimmen und strukturieren den Alltag

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Barbara Löffler (r.) spürte am Donnerstag bei den Wiblingwerder Landfrauen vielen Ritualen nach. Ihre Zuhörerinnen trugen selbst auch viel zu einem unterhaltsamen Nachmittag bei.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ihre Jahreshauptversammlung hatten die Wiblingwerder Landfrauen am Donnerstag in wenigen Minuten erledigt. Allein das Kaffeetrinken dauerte schon länger als die Abwicklung der Regularien. Aber der anschließende Vortrag von Barbara Löffler war ohnehin für viele Frauen der wichtigste Punkt des Nachmittages.

Die ehemalige Geschäftsführerin des Kreislandfrauenverbands referierte vor den Landfrauen über Rituale und ging der Frage nach, welche Bedeutung die oftmals symbolbeladenen Handlungen haben. Dabei ging Barbara Löffler den vielen kleinen Ritualen nach, die unseren Alltag bestimmen und ihn strukturieren. Für viele sei schon das Zeitunglesen am Frühstückstisch mit einem Ritual verbunden. „Man fängt die Zeitung immer an derselben Stelle an“, nannte die Referentin ein Beispiel. Rund um den Esstisch gebe es eine Vielzahl von kleinen Ritualen wusste Barbara Löffler: Man sitzt immer am selben Platz, beginnt gleichzeitig mit dem Essen oder wünscht sich nach einem bestimmten Handlungsmuster guten Appetit. Daneben gebe es in vielen Familien Rituale, die die Erziehung bestimmen. Dazu gehört beispielsweise die Gute-Nacht-Geschichte. Löffler sprach außerdem die so genannten Übergangsrituale an. Damit meinte sie Handlungsweisen, die einen Übergang im Leben symbolisieren, wie etwa die Konfirmation oder Kommunion, aber auch Hochzeit oder Beerdigung. „Hier vermischen sich oftmals Brauchtum und Ritual“, erklärte die Referentin.

Daneben gebe es die rituelle Handlungsweisen, die durch gesellschaftliche Gepflogenheiten, Konventionen und Regeln bestimmt und in den unterschiedlichsten sozialen Kontexten praktiziert werden. Als Beispiel nannte Barbara Löffler Begrüßungsrituale, die nicht nur von Land zu Land, sondern oftmals sogar innerhalb eines Landes unterschiedlich seien. So unterlägen die typisch französischen Begrüßungsküsschen gar so lockeren Sitten, wie man glauben könnte. In manchen Regionen gebe es statt zwei vier Wangenküsse, gelegentlich auch drei, wobei auch die beginnende Seite noch festgelegt sei.

Die Landfrauen nutzten die Zusammenkunft auch, um für ihre nächsten Veranstaltungen zu werben. So wies Schriftführerin Yvonne Hasselbach bereits auf den nächsten Vortrag am 27. März hin. Dann wird Dr. Joachim Matuszewski bei den Landfrauen zu Gast sein. Der Altenaer Mediziner wird über die Volkskrankheit Rückenleiden sprechen. Einen Vortrag über Hypnose hören die Frauen am 8. April. Für Mai planen sie einen Halbtagsausflug nach Lüdenscheid. Bei einem Stadtrundgang wollen sie die Kreisstadt näher kennen lernen und sich anschließend noch bei Kaffee und Kuchen zusammensetzen. ▪ Volker Griese

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