Grüne Damen helfen selbstlos

Barbara Krokowski bei ihrem Vortrag. Die Grünen Damen kümmern sich auf zwischenmenschlicher Ebene, sind für Patienten da und hören oft auch einfach nur zu. -  Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - „Danke, Ihr Besuch hat gut getan.“ Wenn Barbara Krokowski diesen Satz hört, geht ihr das Herz auf. Dann weiß sie, dass sie das Richtige getan hat. Barbara Krokowski ist seit Jahren eine „Grüne Dame“, so etwas die ehrenamtliche gute Seele des St.-Vinzenz-Krankenhauses in Altena.

Beim CVJM-Familienkreis berichtete sie jetzt von ihrer Arbeit – und machte den rund 25 Teilnehmern Mut, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren.

Mittwochs ist Krankenhaustag. Fünf bis sechs Stunden ist die Nachrodterin dann im Dienst. Mit ihrem grünen Kittel ist sie für die Patienten schnell zu erkennen und oft wird sie bereits sehnsüchtig erwartet. Die „Grünen Damen“ füllen eine Lücke aus, für die keine Berufsgruppe im Krankenhaus zuständig ist. Sie kümmern sich um die Patienten auf zwischenmenschlicher Ebene, sind für sie da und hören oft auch einfach nur zu.

Dass ihr diese Arbeit einmal so viel Spaß machen würde, hätte Krokowski wohl nicht gedacht. Als sie von einer anderen Grünen Dame gefragt wurde, ob sie nicht einfach mal mit und die Arbeit anschauen möchte, wusste sie nicht, dass sie schon längst bei der Pflegedienstleitung einen Termin hatte und schon als neue Grüne Dame eingeplant war. „Ich dachte, ich gehe einfach mal mit. Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwartet“, erinnert sie sich. Und schon am ersten Tag wurde sie auf eine Probe gestellt. „Ich besuchte eine alleinstehende Frau, die auf Glatteis ausgerutscht war, in ihrem Zimmer. Der eine Arm war gebrochen und der andere verstaucht. Sie konnte nichts alleine und war unendlich froh, als ich kam“, erzählt Krokowski. Später habe sie erfahren, dass die Frau noch mehrfach nach ihr gefragt habe.

„Als ich sie erneut besuchen wollte, war sie nicht mehr da. Sie wurde in die Kurzzeitpflege verlegt. Kurzerhand beschloss ich, dort hin zu fahren und war mir sicher, sie würde sich freuen.“ Doch es kam alles anders. Die Frau lag apathisch im Bett, erkannte Krokowski nicht einmal. Wenige Tage später war sie tot. „Das hat mich tief getroffen, ich war mir nicht mehr sicher, ob ich der Arbeit als Grüne Dame gewachsen war. Wenn ich diese Arbeit wirklich machen wollte, musste ich lernen, die Schicksale aus dem Krankenhaus nicht in meinen Gedanken mit nach Hause zu nehmen“, sagt sie. Es habe lange gedauert, doch mittlerweile gelinge es ihr ganz gut.

Krokowski liebt ihre Arbeit, das wurde an diesem Abend deutlich. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Die einen brauchen Hilfe bei kleineren Besorgungen, andere wollen einfach nur reden und wieder andere müssen das Essen gereicht bekommen. Neben Krokowski gibt es derzeit noch fünf weitere Grüne Damen im Altenaer Krankenhaus. Das sei eigentlich zu wenig. Sie selbst werde die Arbeit auf jeden Fall so lange machen, bis es nicht mehr geht. Krokowski: „Auch wenn ich nach jedem Dienst müde bin, bin ich doch innerlich bereichert und das ist ein wunderbares Gefühl.“

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