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Bahnübergang bleibt gefährlich

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Eine gerade Verkehrsführung sollte die Situation am Bahnübergang Einsal entschärfen. Daraus wird nichts.
Eine gerade Verkehrsführung sollte die Situation am Bahnübergang Einsal entschärfen. Daraus wird nichts. © Fischer-Bolz, Susanne

Schlechte Nachrichten: Der Bahnübergang in Einsal wird nicht so umgebaut wie erhofft, die Verkehrssituation nicht entschärft. Plötzlich ist angeblich alles gut so, wie es ist.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Grund für die 180-Grad-Wende ist die Ferngasleitung. Genauer: Eine Armaturenstation, die sich an der Bahnanlage neben der Bushaltestelle im Gehweg an der B 236 befindet. Sie ist, wie Andreas Lehmann vom Ferngasnetzbetreiber Open Grid Europe auf Anfrage mitteilt, „für den sicheren und zuverlässigen Betrieb einer Ferngasleitung notwendig.“ Sie müsste für den Umbau des Bahnübergangs verlegt werden, was grundsätzlich auch möglich wäre.

Keine Kostenübernahme

„Für einen Verlegungswunsch müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein, unter anderem die rechtzeitige Information, die Genehmigung gemäß Energiewirtschaftsgesetz und eine Kostenübernahme. Die Kosten spiegeln insbesondere gesetzliche Vorgaben, sicherheitsrelevante Regelwerke und behördliche Genehmigungsprozesse wider. Solange uns die Kostenübernahme des Vorhabenträgers nicht vorliegt, können wir eine Verlegung der Armaturenstation vor Ort nicht weiter planen und umsetzen“, sagt Andreas Lehmann.

Keine Notwendigkeit

Es geht also schlicht darum, wer die Kosten für die Verlegung übernimmt. Und das will offenbar niemand. Ein Bahnsprecher sagt dazu: „Die Gasleitung befindet sich auf dem Gelände von Straßen NRW. Die Kosten, die Gasschieber zu verlegen, sind, wie sich herausgestellt hat, ähnlich hoch wie die eigentliche Verschiebung des Bahnüberganges. Straßen NRW sieht aktuell keine Notwendigkeit mehr für einen Umbau des Bahnübergangs aus verkehrstechnischer Sicht. Da der Bahnübergang im Rahmen des Schnellläuferprogramms auf der Ruhr-Sieg-Strecke technisch neu gebaut wurde, sieht die Deutsche Bahn in Abstimmung mit der Gemeinde Nachrodt aufgrund der hohen Kosten keine Notwendigkeit für eine Verschiebung derzeit.“ Entgegen der Gerüchteküche in Nachrodt, beschäftigten sich keine Juristen mit dem Thema.

Gasleitung ist nicht plötzlich aufgetaucht

Geplant war, die S-Kurve am Bahnübergang Einsal zu beseitigen. Die Straßenführung sollte von der Bachstraße geradeaus gehen. Dazu sollte es beidseitig einen Fußweg geben. Jetzt sind die Pläne für einen großen Umbau erst einmal vom Tisch, wobei sich die Frage stellt, warum das Problem mit der Gasleitung und der Armaturenstation nie ein Thema war. Sie ist jedenfalls nicht ganz plötzlich dort aufgetaucht.

Unfälle passieren immer wieder

Für die Verkehrsteilnehmer ist die Sachlage geradezu gefährlich. Immer wieder passieren aufgrund der Unübersichtlichkeit Unfälle. Wer von der Bachstraße kommend über den Bahnübergang fährt und dann links Richtung Nachrodt möchte, kann den fließenden Verkehr nicht einsehen, wenn ein Bus an der Haltestelle steht. Ganz davon abgesehen dürfte das Durchfahrt-Verbot für Lkw, die länger als zehn Meter sind, bestehen bleiben.

Bahnübergang Helbecke fast fertig

Am Bahnübergang Helbecke ist der Umbau hingegen bald abgeschlossen. Für Autofahrer ist die Übersicht erheblich verbessert worden. Das Trafohäuschen, das die Sicht versperrte, wurde verlegt, die Fahrbahn erweitert. Dann aber gab es ein Problem: Die ausführende Firma hatte alte Baupläne. Danach wäre für Fußgänger, die von Opperhusen kommend zum Bahnübergang hätten gehen wollen, am Andreaskreuz mitten auf dem Bürgersteig Schluss gewesen. Sie hätten dreimal die Straßenseite kreuzen müssen, um sicher an der Bushaltestelle an der B 236 ankommen zu können. Rollstuhlfahrer wären gar nicht weiter gekommen, da der Bordstein zu hoch war. Das wird jetzt geändert.

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