Drei Bereiche kommen in Frage

Bahn plant Lärmschutzwände: Hier sollen sie hin

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Entlang der Bahnstrecke sind Lärmschutzwände vorgesehen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Drei Lärmschutzwände plant die Bahn im Bereih Nachrodt-Wiblingwerde entlang der Bahnlinie. geplant sind sie an diesen Stellen.

Gefühlt rattert der Zug durchs Wohnzimmer. Bald könnte es für die Nachrodt-Wiblingwerder, die an der Bahnstrecke wohnen, mit dem Krach vorbei sein. Denn die DB Netz AG plant Schallschutzwände entlang der Bahnlinie. 

Im Planungs- und Bauausschuss stellten Andreas Tecklenburg und Sabrina Reinecke die Pläne vor, die zwar sehr konkret, aber noch nicht in Stein gemeißelt sind. Denn es soll auf jeden Fall noch einen Informationsabend für die betroffenen Bürger geben. Und erst dann will sich auch der Rat positionieren. 

Schön anzusehen dürften die Schallschutzwände nicht sein. Aber dafür effektiv. Zurzeit gibt es ein Förderprogramm des Bundes, aus dem aktiver und passiver Lärmschutz finanziert wird. 150 Millionen Euro werden pro Jahr zur Verfügung gestellt. Lärm wird berechnet und nicht gemessen. 

Grundlage dafür ist die Überschreitung des Grenzwertes von 57 Dezibel und das Gebäudealter. Häuser, die vor dem 1. Januar 2015 gebaut wurden, sind förderfähig. Drittes Kriterium ist das Nutzen-/Kostenverhältnis – es müssen also ausreichend Bürger von einem Lärmschutz profitieren. 

„In Nachrodt können wir anfangen zu planen“, sagte Tecklenburg. Vorgesehen sind Schallschutzwände mit einer Höhe von zwei bis drei Metern. Zudem gibt es Schutz für die Häuser. Der Eigentümer erhält eine 75-prozentige Förderung für Kosten, die er in Lärmschutz investiert. 

Die Vertreter der DB Netz AG präsentierten ein dreidimensionales Geländemodell für Nachrodt. Die Lärmentwicklung wurde für den Tages- und Nachtzeitraum entwickelt. Der vom Lärm betroffene Bereich ist groß, aber durch Schallschutzwände würden die Grenzwerte eingehalten, so die Fachleute. 

Drei Bereiche kommen in Nachrodt für Schallschutzwände in Frage: Eine beginnt am ehemaligen Stellwerk und geht nach Süden weiter bis zum Tunnel, eine weitere beginnt am Tunnel und führt am Bahnübergang Einsal vorbei bis zum Helbecker Weg, eine dritte soll in Lasbeck entstehen, was städtebaulich zu Iserlohn gehört. 

Insgesamt sollen die drei Wände eine Länge von 2,8 Kilometern haben. Bausumme: 4,2 Millionen Euro. „Wie wollen unsere Planungen 2020 beim Eisenbahnbundesamt einreichen und voraussichtlich 2021/22 bauen“, erläuterte Sabrina Reinecke. 

Die Schutzwände sind bevorzugt aus Aluminiumelementen auf Betonsockeln. Die Farbe kann sich die Gemeinde aussuchen. Als Gestaltungsmöglichkeit sind auch Gabionen möglich. „Es sieht schöner aus, aber der Nachteil ist, dass sie wesentlich breiter sind.“ 

Bei transparenten Schallschutzwänden gebe es das Problem mit Graffiti und Schmierereien, wobei man „Graffiti-Künstler auch einladen könnte“, wie Ronny Sachse (SPD) meinte. „Es wäre auf jeden Fall besser, wenn man transparente Elemente nehmen würde, sonst schauen die Bürger ja vor die Wand“, gab Petra Triches (UWG) zu bedenken. 

Der Schallschutz ist laut den Fachleute aber bei Aluminiumelementen besser. Ob die Bewohner an der Bahn vom Vorhaben begeistert sind, wird die Bürgerversammlung zeigen. Ein Termin steht noch nicht fest. Das Förderprogramm sei eine einmalige Gelegenheit, warb Tecklenburg für das Projekt. Die Erfahrung habe aber auch gezeigt, dass Menschen, die den Lärm schon länger aushalten müssten, sich an ihn gewöhnt hätten.

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