Familien Putz und Kroschke

Babyalarm in Nachrodt: Papas und ihre Prinzessinnen

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Im Familienglück: Dajana, Marco und Sofia mit der kleinen Mia Clara an der Lenneterrasse.

Nachrodt-Wiblingwerde – Seit der Schwangerschaft begleiten wir die beiden Familien Putz und Kroschke. Die Töchter sind mittlerweile sechs und acht Monate alt. Ein Gespräch über kleine Prinzessinnen.

„Es ist sonderbar. Aber Eltern sind auch Menschen, und sie sind, was die Herstellung und Aufzucht von Nachwuchs betrifft, so etwas wie ungelernte Arbeiter.“ (Fast) alle Eltern würden diesem Zitat von Loriot sicher zustimmen. 

Eltern fallen eben nicht vom Himmel. Auch nicht Sofia und Sebastian Putz sowie Dajana und Marco Kroschke. Die jungen Eltern sind aber im Glücklichsein kaum zu übertreffen. Für die AK-Serie „Babyalarm“, die die beiden Familien seit den Schwangerschaften begleitet, traf das AK Dajana, Marco, Sofia und die kleine Mia Clara an der Lenneterrasse. 

"Mamma sein" ist erfüllend

„Mia“ bedeutet das gewünschte Kind und „Clara“ hell, schön und leuchtend. Und genau in diesem Moment strahlt Mia Clara im Kinderwagen. Was kann man sich mehr wünschen? Nur schade, dass die kleine Luisa von Sofia nicht da war. Sie war einfach an diesem Tag nicht gut drauf und blieb deshalb mit Papa Sebastian zu Hause. Mia ist sechs Monate und drei Wochen alt. Luisa ist am Mittwoch acht Monate alt geworden. 

Das „Mama sein“ ist „momentan noch sehr erfüllend“, sagt Sofia strahlend. „Ich genieße die Zeit.“ Längst sind die Kleinen richtige Persönlichkeiten. „Manchmal ist Luisa sogar launisch. Ich glaube, das hat sie von mir“, sagt Sofia lachend. „Größtenteils ist sie aber wirklich gut gelaunt und ein fröhliches Baby, das gern Faxen macht.“ 

Ernährung ein wichtiges Thema

Das Thema Ernährung treibt die jungen Mamas natürlich um. „Was ich koche, isst sie nicht. Ich habe es versucht, aber sie mag es nicht. Spaghetti Bolognese aus dem Gläschen findet Luisa lecker. Spaghetti Bolognese von mir gekocht, spuckt sie lieber aus“, erzählt Sofia. „Das ist bei uns genauso“, schmunzelt Dajana. 

Aber kann man den Kindern mit gutem Gewissen Gläschen geben? „Darüber habe ich mir am Anfang auch viele Gedanken gemacht“, sagt Dajana. „Ich habe gedacht: Wer weiß, was die anderen dann denken. Es ist wie mit dem Stillen“, meint Dajana. An Gläschen sei natürlich nichts auszusetzen, sie seien auch gesund, es gehe hauptsächlich um die Kosten. Natürlich dreht sich vieles, wenn nicht gar fast alles, im Alltag um die süßen Kleinen. 

Mehr Beiträge aus der Serie  „Babyalarm“ gibt es hier

Luisa schläft durch, Mia noch nicht so oft. Und: Mia möchte das Fläschen nicht mehr. Luisa ist dagegen auch noch ganz angetan von Milch. Beide Mädchen gehen mit ihren Mamas zur Krabbelgruppe der Caritas nach Altena. Dort gibt es auch einen Papa-Tochter-Tag donnerstags – eineinhalb Stunden intensive Zeit mit den Töchterchen. 

Zum Babyschwimmen im Nachrodter Gartenbad möchten Dajana und Sofia auch bald gehen. Sie genießen es, dass sie gemeinsam etwas mit ihren Kindern unternehmen können. Auch gern mal zu sechst mit Sebastian und Marco. 

Die Papas haben ihre Mädels zu Prinzessinnen gekürt. Wenn Marco von der Arbeit kommt, rennt er fast an seiner Frau vorbei, um seine Mia zu begrüßen. „Nach Hause, Hände waschen, Frau links liegen lassen und zum Kind. Erst einmal kuscheln“, erzählt Marco schmunzelnd. 

Diskussionen um den Kindergarten

Eltern sein – das heißt auch, Wegweiser zu sein, sich Gedanken über den Kindergarten zu machen beispielsweise. „Der katholische Kindergarten ist bei uns Favorit – oder der Waldkindergarten in Wiblingwerde“, sagt Dajana. Sofia und Sebastian sind sich noch nicht einig. „Ich würde auch den katholischen Kindergarten bevorzugen. Ich fände es schön, wenn Luisa und Mia zusammen sein könnten“, meint Sofia. Ihr Liebster findet den Awo-Kindergarten super, den er selbst als Knirps besucht hat. Gibt es eigentlich viele Diskussionen? Eigentlich nicht, meinen beide Mütter. 

Erziehung ist noch nicht wirklich Thema. „Das kommt spätestens beim ersten Freund“, witzelt Marco. Sebastian kommt öfter später von der Arbeit nach Hause. „Manchmal sieht er sie gar nicht. Darum machen es wir es so, dass wir oft gemeinsam essen. Das findet Luisa toll“, erzählt Sofia. Ihre Kleine robbt mittlerweile durch die Gegend. Vorwärts und rückwärts. 

Wer, was, wann kann: Das ist den jungen Mamas nicht wichtig. „Sie macht, wie sie es meint“, sagt Sofia. Kinder sollten nicht in Schubladen gepackt werden. Mia dreht sich von links und rechts auf den Bauch, streckt den Popo in die Höhe und versucht, nach vorne zu kommen. Die Welt erkunden: Das steht jetzt bei den kleinen Mädchen an. Und da das ja auch nachts passieren kann, gibt es Babyphones mit Kameras. 

Zweisamkeit bleibt manchmal auf der Strecke

Zudem werden die Eltern erfinderisch: „Wir waren bei Freunden. Luisa hat im Wasserbett geschlafen und ich hatte Angst, dass sie rausfällt“, erzählt Sofia. „Da haben wir einfach Videoanrufe über WhatsApp gemacht und konnten beobachten, wie sie schläft.“ Feste Rituale für das Zubettgehen gibt es natürlich auch – für Mia das Lied „La le lu“ und eine Sandmännchen-Geschichte auf CD, für Luisa Schlaflieder und Kuscheln. 

Was fehlt, ist ein bisschen die Zweisamkeit. Die bleibt etwas auf der Strecke. „Es sollte Familientage geben, es sollte Zweisamkeit geben“, sagt Dajana. Einmal war sie bisher mit Marco Essen. „Da hat Mama aufgepasst. Für mich ist es noch immer schwer, mich von Mia zu trennen“, gibt Dajana zu. Luisa hat dagegen schon ihre erste Übernachtung bei Oma hinter sich. „Wir waren bei einer Hochzeit. Aber man guckt ständig aufs Telefon. Ich habe immer die neuesten News bekommen, was sie gerade macht“, erzählt Sofia. 

Partygänger sind beide Paare ohnehin nicht. Feiern bis in die Puppen war auch vor den Kindern nicht ihr Ding. „Ich habe das Gefühl, es hat sich alles geändert, aber auch nichts. Natürlich stellt sich die Welt auf den Kopf, aber ich könnte es mir anders gar nicht mehr vorstellen“, sagt Sofia. 

Und dann gibt es noch etwas, was alle machen und alle komisch finden: die veränderte Stimmlage dann, wenn man mit dem Kind spricht. „Die letzten vier Wochen hat sie so viele Schritte gemacht. Was sie alles gelernt hat. Gut, dass wir so vieles auf Video haben“, erzählt Dajana. Die Zeit rennt.

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