1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Hiobsbotschaft: Wichtigste Ausweichstrecke für A45 wird monatelang gesperrt/ weiträumige Umleitung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Die Felsnase muss gesprengt werden. Dafür wird die B 236 voll gesperrt.
Die Felsnase muss gesprengt werden. Dafür wird die B 236 voll gesperrt. © Fischer-Bolz, Susanne

Erst die A45-Vollsperrung und nun das: Eine der wichtigsten Ausweichstrecken im MK wird nun monatelang gesperrt.

Update vom 10. Februar, 15.44 Uhr: Die Ehrenmalstraße soll keine Ausweichroute für die geplante Vollsperrung werden. Anders als zunächst gedacht, bleibt sie nur für Anlieger frei, wie Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW mitteilt. Tatsächlich soll der komplette Verkehr Richtung Altena und in Gegenrichtung nach Letmathe weiträumig umgeleitet werden. Woher genau, bleibt offen.
[Erstmeldung]Nachrodt-Wiblingwerde – Kann Sigi Müller auch Felsnasen? Den Nachrodt-Wiblingwerdern wäre es augenscheinlich am Liebsten, wenn der Tiefbauer mal eben an einem Wochenende die Probleme zwischen ehemals Rastatt und ehemals Böhland beseitigen würde. Zumindest geht das aus den Diskussion in den sozialen Netzwerken hervor. Fakt ist allerdings: Es ist nicht ein „bisschen Felsnase“, sondern 6000 Kubikmeter Fels, die dort weggesprengt werden müssen.

„Das sind 430 Lkw-Ladungen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Ihr graut es schon vor der viermonatigen Vollsperrung. Es könnten allerdings auch fünf Monate werden. Termin: ab April.

Wichtigste Ausweichstrecke wird monatelang gesperrt: Verkehrs-Kollaps droht

Dass die Sprengung aufgrund des Autobahn-Desasters verschoben wird, ist vom Tisch. „Wir können nicht auf den Neubau der A45 warten“, sagt Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW. Allen Beteiligten sei sehrwohl bewusst, dass eine Vollsperrung auf der B236 in Nachrodt erhebliche Auswirkungen habe. „Wir sind ja nicht blauäugig“, so Andreas Berg. Schönreden kann er die Situation nicht.

Während des Besuches von Bauministerin Ina Scharrenbach hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick das anstehende Verkehrsunheil so erklärt: „Es gibt fortlaufend Untersuchungen, aber das Thema Sicherheit steht ganz oben und muss ganz oben stehen.“ Dass die Sorgen um den Felsen nicht zu unterschätzen sind, zeige der jüngste Vorfall in Altena: In der Nacht zum 27. Januar war in der Nette tonnenschweres Gestein aus dem Burgberg gebrochen und abgerutscht. Wichtig sei, so Thorsten Schick, dass das Lennetal durchlässig bleibe. Das dürfte allerdings zumindest für den Lkw-Verkehr nicht möglich sein.

B236 wird monatelang gesperrt: Katastrophale Verkehrssituation wird sich zuspitzen

Angedacht ist, dass es für die Ehrenmalstraße, die als Umleitung dienen soll, eine Höhenbegrenzung geben wird. Der Verkehr, der von Letmathe kommt und hinter der Lennebrücke rechts in die Ehrenmalstraße biegt, könnte so reguliert werden, dass Autos, Busse und Feuerwehrfahrzeuge durchkommen, aber kein Schwerlastverkehr. Dieser soll auf ein weiträumiges Umleitungssystem geführt werden, das noch erarbeitet werden soll.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die derzeitige katastrophale Verkehrssituation um ein Vielfaches verschlimmert wird. Denn sämtlicher Verkehr muss dann in beiden Richtungen über Schlängelstraßen, durch scharfe Kurven und verkehrsberuhigte Zonen an der Grundschule vorbei. Und die Ampel an der Lennebrücke löst sich auch nicht in Luft auf.

Felsnasen müssen beseitigt werden: B236 wird monatelang gesperrt

23.000 Autos mehr als üblich verteilen sich seit der A45-Sperrung pro Tag auf das untergeordnete Straßennetz – und somit auch im Lennetal. Der Kummer für die Anlieger und diejenigen, die im Stau stehen, ist groß. Doch der Fels muss weg.

Ob es tatsächlich Quellsprengung geben wird, steht final noch nicht fest. Dabei würden die Klüfte mit einem quellfähigen Stoff (Holz oder Hanf) gefüllt. Gibt man Wasser zu dem Quellstoff hinzu, so saugt dieser das Wasser auf und dehnt sich aus. Die dabei entstehenden Kräfte wirken in alle Richtungen gleich stark. Der Fels wird so immer weiter abgespreizt und fällt dann runter.

„Aber vor der Schüppe ist es dunkel“, sagt Andreas Berg. Man wisse nicht, wie es im Fels selbst aussehe. „Aufgrund des Arbeitsschutzes und der Bebauung muss man sehr kleinteilig arbeiten, sich Stück für Stück vorarbeiten“, so der Pressesprecher von Straßen.NRW.

Auch interessant

Kommentare