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B236-Sperrung: Verkehrssituation in Nachrodt ein Dilemma

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Keiner lässt den anderen fahren: Geduld ist gefragt, auch wenn man vom Holensiepen Richtung Altena möchte.
Keiner lässt den anderen fahren: Geduld ist gefragt, auch wenn man vom Holensiepen Richtung Altena möchte. © Fischer-Bolz, Susanne

„Mein Bauchgefühl sagt mir auch, dass es immer schlimmer wird. Deshalb habe ich mal auf die Uhr geguckt: Zwölf Minuten habe ich von der Wiblingwerder Straße bis zur Ampel am Langenstück gebraucht“, erzählt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz.

Die Verkehrssituation auf der Umleitungsstrecke Ehrenmalstraße – für Anlieger – ist tatsächlich ein mittelschweres Dilemma.

Die Autofahrer, die von Wiblingwerde kommend vor der Grundschule links abbiegen wollen, werden von denjenigen, die vom Scharfen Eck kommend bereits auf der Ehrenmalstraße stehen, ungern reingelassen. So kommen natürlich auch diejenigen keinen Meter weiter, die geradeaus Richtung Altena oder zum Einkaufen nach Nachrodt wollen.

Es herrscht großes Chaos

Zudem glauben augenscheinlich die Verkehrsteilnehmer, die von der Lennebrücke hoch kommen, dass sie jetzt Vorfahrt haben, wenn sie an der T-Kreuzung angelangt sind. Nicht selten herrscht ein größeres Chaos, besonders dann, wenn die Linienbusse auch so behindert werden, dass sie feststecken. Das Thema „Rücksicht aufeinander nehmen“ wird viel diskutiert und selten mit Leben gefüllt. „Mit Schilderkombinationen tun sich offensichtlich diverse Verkehrsteilnehmer etwas schwer“, formuliert es Sebastian Putz.

An den Ampelphasen hat sich nichts geändert. „Wir können nicht viel tun, können nur an alle Autofahrer appellieren, nicht bei uns durch das Wohngebiet zu fahren, sondern die offizielle Umleitung zu nehmen“, sagt Sebastian Putz. Im Stau stehen alle in Nachrodt auf jeden Fall.

Der Kummer der Anwohner ist groß

Der Kummer der Anwohner ist unterdessen groß. Denn sie haben nicht nur die Autoschlangen vor der Nase, sie haben gar keine andere Wahl, als sich durchzukämpfen. „Ich habe letztens 45 Minuten im Stau gestanden, um nach Hause zu kommen“, schreibt ein Nachrodter auf der Facebook-Seite „Du bist Nachrodter, weil“. Augenscheinlich, so wird ebenfalls dort berichtet, wird auch gern die Ebertstraße als Durchfahrt genutzt. „Ich habe mal ein paar Tage gezählt. Nachmittags fahren dort teilweise innerhalb von zwei Stunden mehr als 150 Fahrzeuge längs. Und das auch noch mit unangepasster Geschwindigkeit. Hier laufen Kinder über die Straße“, so ein Anwohner.

Die Arbeiten am Fels liegen im Zeitplan.
Die Arbeiten am Fels liegen im Zeitplan. © Fischer-Bolz, Susanne

Das Ordnungsamt, das ebenfalls von diesem Problem in Kenntnis gesetzt wurde, reagierte: „Es wurde ein Durchfahrt-verboten-Schild aufgestellt, die Abkürzung durch das Langenstück ist gesperrt“, sagt Sebastian Putz. Es gebe ohnehin einen ständigen Korrektur-Prozess, der auch wichtig sei.

Bauarbeiten kommen gut voran

Während die Autofahrer fluchen, gehen die Bauarbeiten am Fels gut voran, wie Jan Pfänder von der Firma Feldhaus berichtet. Nach der zweiten Sprengung, bei der 250 Kubikmeter Fels entfernt wurde, wurden die Bereiche gesichert. Die Sprengerschütterungen hielten sich im Rahmen, „es wurden keine erhöhten Werte gemessen“, sagt Jan Pfänder. Zurzeit werden die nächsten Sprenglöcher vorbereitet – um die 70 sollen es jetzt werden. Termin für die dritte Sprengung: Donnerstag, 19. Mai, 16 Uhr.

Sehr ärgerlich für die Firma Feldhaus und sehr gefährlich für die Unbelehrbaren, ist die Tatsache, dass jeden Tag Menschen versuchen, sich einen Weg durch die Vollsperrung zu bahnen. „Jeden Morgen stellen wir die Bauzäune wieder auf. Die Leute bringen wohl nachts die Kneifzange mit und schneiden den Draht durch. Es besteht durchaus Lebensgefahr, wenn man unter dem Fels steht“, sagt Jan Pfänder.

Ehrenmalstraße: Zwei Jungen fast von Auto erfasst

„Der Verkehr hat sich in den letzten Tagen um das Doppelte erhöht und nicht ein Fahrzeug hält sich an das Tempolimit 30“, sagt Helmut Kruse. Er wohnt an der Ehrenmalstraße 11. Am Freitag, so berichtet sein Nachbar Werner Tetzlaff, wäre es fast zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein achtjähriger und ein zehnjähriger Junge wollten die Straße überqueren und warteten. Eine Autofahrerin, die in den Mini-Serpentinen bergaufwärts unterwegs war, hielt an und gab den Jungen ein Handzeichen, dass sie die Straße überqueren sollten. Doch der Autofahrer dahinter kam rasant durch die Kurve und wollte am stehenden Fahrzeug vorbei. „Er hatte ein Handy am Ohr und wollte das stehende Auto überholen“, erzählt Werner Tetzlaff, der durch einen beherzten Sprung vor das Auto einen Zusammenstoß mit den Kindern verhindert konnte. „Der hätte die Jungs über den Haufen gefahren“, so der Nachrodter. Der Autofahrer fuhr übrigens ärgerlich davon. Die Verkehrssituation mache die Menschen aggressiv und ungehalten.

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