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Chaos im Berufsverkehr: B236-Sperrung sorgt für viel Ärger bei Autofahrern

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Von: Thomas Krumm

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An der Einmündung der Ehrenmalstraße in die Wiblingwerder Straße bilden sich immer wieder längere Rückstaus. Manche Autofahrer scheren dort aus und fahren stattdessen in Richtung Wiblingwerde und A 45.
An der Einmündung der Ehrenmalstraße in die Wiblingwerder Straße bilden sich immer wieder längere Rückstaus. Manche Autofahrer scheren dort aus und fahren stattdessen in Richtung Wiblingwerde und A45. © Krumm, Thomas

Die angekündigte Sperrung der B236 ist nun in die Tat umgesetzt worden. Im ersten Berufsverkehr sorgte das für reichlich Chaos in Nachrodt-Wiblingwerde.

Nachrodt-Wiblingerde – Seit Samstag ist die B236 zwischen der Bushaltestelle Renfordt und der katholischen Kirche gesperrt – und was viele Nachrodt-Wiblingwerder im Vorfeld befürchtet hatten, trat schon am Montag ein: Es kam zu einem großen Verkehrschaos in der Doppelgemeinde. Denn einen Großteil der Verkehrsteilnehmer interessierte es nicht, dass die Ausweichstrecke durch den Ortsteil Nachrodt nur für Anlieger und Busse freigeben ist. So reichte schon ein Bagatellunfall auf der Ehrenmalstraße am Morgen, um den Verkehr zeitweise zum Erliegen zu bringen. Der Stau löste sich erst nach etwa 90 Minuten, gegen 8.40 Uhr, wieder auf.

Mehrere Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), darunter drei Schnellbusse der Linie S1 nach Iserlohn, konnten ihre Fahrt in Richtung Lennebrücke nicht fortsetzen und blieben auf der Abfahrt stecken. Mit den Bussen in Richtung Altena, die auf der anderen Seite der Lenne ebenfalls im Stau standen, dürften etwa zehn Busse ihre Ziele nur mit großer Verspätung erreicht haben. Der kilometerlange Rückstau in Richtung Grundschule und Einsal verhinderte auch, dass Anlieger aus den Nebenstraßen der Ehrenmalstraße auf die Umleitungsstrecke einbiegen konnten.

Chaos im Berufsverkehr: Autofahrer ignorieren Durchfahrtsverbote wegen B236-Sperrung

Die Kritik an der gesamten Verkehrssituation blieb allerdings verhalten: Das Äußerste, was einem gebeutelten Anwohner über die Lippen kam, war „völliger Irrsinn“. Eine Anwohnerin war noch zurückhaltender: „Ich glaube, ich spinne.“ Eine Stunde habe er bereits im Stau gestanden, fluchte ein weiterer Autofahrer. „Ich habe wichtige Termine.“ Natürlich war es bei Betroffenen ein Thema, dass die Durchfahrtsverbote durchgesetzt werden. Bisher agiert die Polizei allerdings eher zurückhaltend – möglicherweise, um das Chaos nicht noch größer zu machen. Die weiträumige Umleitungsstrecke verläuft von Iserlohn aus über Ihmert und Evingsen nach Altena. Auch auf dieser Strecke gab es längere Wartezeiten, wie der Fahrer eines kleinen Schulbusses am Morgen berichtete.

Ein Bagatellunfall dieses Busses mit einem Kleinwagen blockierte die Ehrenmalstraße kurz vor der Lennebrücke für rund 90 Minuten.
Ein Bagatellunfall dieses Busses mit einem Kleinwagen blockierte die Ehrenmalstraße kurz vor der Lennebrücke für rund 90 Minuten. © Krumm, Thomas

Einige Autofahrer scherten aus dem Stau in Nachrodt an strategisch günstigen Standorten aus und fuhren stattdessen in Richtung Wiblingwerde davon. Wer dann weiter in Richtung A45 fuhr, war mit der Autobahnauffahrt in Richtung Norden sicherlich besser bedient als in der Warteschlange.

Chaos im Berufsverkehr wegen B236-Sperrung: „Verkehrs-Sünder“ kommen von überall her

Die Autokennzeichen machten deutlich, dass die Hinweisschilder „Nur für Anlieger“ bisher allenfalls ein müdes Achselzucken bei den gebeutelten Fahrern hervorrufen. Viele haben sich gerade an die Alternativstrecke zur gesperrten A45 gewöhnt. Neben Kennzeichen aus Dortmund, Essen, Unna, Olpe und Wuppertal, nutzten auch Fahrzeuge aus Berlin, Rumänien und den Niederlanden verbotenerweise die Umfahrung der Sperrung. Auch Klein- und etwas größere Laster quälten sich über die Ausweichstrecke für Anlieger.

6000 Kubikmeter Fels

Die Planungen des Landesbetriebes Straßen.NRW sehen vor, den Felsen mit mehreren Sprengungen abzutragen. Es ist nicht ein „bisschen Felsnase“, das weg muss, um die Verkehrssicherheit auf der B236 sicherzustellen. Es sind 6000 Kubikmeter Fels, die abgetragen werden müssen. Die zu bewegende Felsmasse beträgt mehr als 430 Lkw-Ladungen. Die Vollsperrung, die für die Arbeiten notwendig ist, begann am Samstag und soll nach einer ersten Schätzung etwa vier Monate dauern. Die Folgen der Sperrung sind vor allem mit Blick auf die Sperrung der A45 enorm. 23.000 Autos mehr als üblich verteilen sich seitdem pro Tag auf das Straßennetz – und somit auch im Lennetal. Staus sind vorprogrammiert. (mb)

Unterhalb der oberen Ampel, die den Verkehr auf der Ehrenmalstraße regelt, begann schon am Montag das Entfernen der Bäume, die Straßen.NRW wegen ihrer stattlichen Höhe als Gefahr für die B236 und den gesamten Hang ansieht. Sind die Rodungsarbeiten beendet, soll der Felsen teilweise entfernt werden, um den Hang noch steiler zu machen. Überhänge gibt es dann nicht mehr. Letztlich werden nur sehr viel Beton und Stahlanker dabei helfen, diesen Felsen zu stabilisieren. Der Schaden für das Ortsbild von Nachrodt ist bereits jetzt zu sehen. Die Verwunderung darüber, dass die B236 ausgerechnet jetzt für diese Bauarbeiten gesperrt werden muss, bei vielen Betroffenen weiterhin groß. Denn die Umwege wegen der Sperrung der A 45 werden nun noch länger.

Allein 173 Verkehrsschilder wurden für die Vollsperrung der B236 aufgebaut.

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