1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Illegale Autorennen im MK - am liebsten bei Vollmond

Erstellt:

Von: Lydia Schmitz-Machelett

Kommentare

Auf der A2 bei Hamm-Uentrop kam es am Dienstag mutmaßlich zu einem illegalen Autorennen.
Anwohner der Landstraße berichten von nächtlichen Autorennen © Frank Rumpenhorst/dpa

Anwohner sind genervt, schrecken mitten in der Nacht hoch: Illegale Autorennen auf der L692 rauben ihnen den Schlaf.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es klingt nach Formel 1 vor der Haustür, wenn nachts um 2 Uhr die Motoren mit einem ohrenbetäubenden Lärm über die L692 dröhnen. Seit der umfangreichen Fahrbahnsanierung ist die Landstraße offenbar beliebt für illegale Rennen und sogenannte Autoposer. Bisher konnte die Polizei die nächtlichen Raser jedoch nicht ausfindig machen.

Vor wenigen Tagen war es mal wieder so weit. Die nächtlichen Rennfahrer waren wieder unterwegs – und wie immer am Folgetag eines der Topthemen in den sozialen Netzwerken.

Gerne bei Vollmond

Wenn die Nächte klar sind und der Mond voll am Himmel steht, kommen sie seit einigen Monaten regelmäßig. Denn dann ist es hell genug auf der Landstraße. Sprich, einmal im Monat für drei bis vier Tage.

Frisch saniert und kurvenreich: Die L692 scheint für Rennen geeignet.
Frisch saniert und kurvenreich: Die L692 scheint für Rennen geeignet. © Susanne Fischer-Bolz

„Es stimmt, es gibt immer mal wieder Meldungen über mögliche illegale Rennen auf dieser Strecke. Leider gibt es davon einige im Märkischen Kreis“, sagte Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde auf Anfrage. Allerdings sei die Lage sehr schwer zu beurteilen. Was ist subjektives Empfinden der Anwohner durch den Lärm der Motoren und was sind wirklich illegale Rennen? Auch ist unklar, wie viele Autos und/oder Motorräder es wirklich sind. Denn auf frischer Tat wurde noch niemand dort erwischt und im Dunkeln sind Dinge wie Automarke, Farbe, etc. für Anwohner kaum erkennbar.

Rennstrecke

Die vermeintliche Rennstrecke liegt zwischen den Serpentinen in Nachrodt und dem Kreisverkehr an der Autobahnauffahrt A45 beziehungsweise der Abzweigung zur K24. Denn auch die kleine Kreisstraße erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Marcel Dilling: „Wir als Polizei beurteilen solche Strecken und Vorkommnisse zunächst ganz sachlich. Liegt dort ein Unfallschwerpunkt? Gibt es dort immer wieder Geschwindigkeitsverstöße, die auf Rennen hindeuten? Wie viele Personen melden der Polizei mögliche Verstöße?“ Fakt ist, es wurden Geschwindigkeitsmessungen seitens des Verkehrsdienstes durchgeführt und es wurden keine nennenswerten Überschreitungen festgestellt – allerdings, und das gibt Dilling selbst zu bedenken, haben diese tagsüber stattgefunden und die potenziellen Rennen nur in vereinzelten Nächten. Ein Unfallschwerpunkt sei auch nicht erkennbar.

Analysezeitraum

Doch auch hier gibt es ein Gegenargument: Die Strecke war lange in so einem schlechten Zustand, dass Raser mit tiefergelegten Autos dort gar nicht fahren konnten, dann war sie lange gesperrt und ist nicht einmal ein Jahr wieder voll befahrbar. Der entsprechende Analysezeitraum ist somit ein wenig verfälscht.

Seitens der Kreispolizeibehörde seien verschiedene Gruppen ein Problem – allerdings kreisweit und nicht nur in diesem Bereich.

Poser wollen auffallen

Unter anderem gibt es die sogenannten Poser. Diese Fahrer wollen mit ihrem Auto, das in der Regel einen leistungsstarken Motor hat und oft getunt ist, auffallen. Die Fahrer suchen bewusst Aufmerksamkeit. Ob diese sogenannten Poser auch für die Kreise verantwortlich sind, die derzeit zwischen Eilerde und Abzweigung Brachtenbeck auf der Straße zu sehen sind, will Dilling nicht beurteilen: „Die stammen von sogenannten Burnouts. Also durchdrehenden Reifen. Aber von wem sie sind, kann keiner sagen.“ Die Polizei sei daher dringend auf die Hilfe der Anwohner und anderer Autofahrer angewiesen. „Wer etwas hört und sieht, sollte unbedingt immer die 110 anrufen“, appelliert Marcel Dilling an die Anwohner. Das Thema am nächsten Morgen in den sozialen Medien zu diskutieren, helfe der Polizei leider nicht.

Unbedingt melden

„Ob die wirklich zu schnell sind oder nur laut, spielt gar keine Rolle. Für uns als Polizei ist erst einmal entscheidend, dass sich Bürger in ihrem Sicherheitsgefühl gestört fühlen. Und da werden wir auch aktiv“, sagt Marcel Dilling. Wenn Regelmäßigkeiten erkennbar seien, könne zudem gezielter kontrolliert werden.

Auch bei der Gemeinde ist das Problem bekannt. Sebastian Putz kann der Polizei nur zustimmen: „Wer etwas sieht, sollte sich unbedingt melden. Nur so können wir alle richtig aktiv werden.“

Auch interessant

Kommentare