Ausfall im Kabelnetz von Unitymedia

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Unitymedia-Kunden in Nachrodt-Wiblingwerde mussten am Wochenende Geduld aufbringen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein Wochenende „ohne alles“: kein Telefon, kein Internet, kein Fernsehen. Hunderte Menschen waren stinksauer, als am Samstagabend gegen 22.45 Uhr in einigen Ortsteilen von Nachrodt und Letmathe das gesamte Kabelnetz von Unitymedia ausfiel.

„Die Signalzuführung war unterbrochen. Grund war eine defekte Kupplung, also die Stelle, an der die Kabel verbunden werden“, sagt Unitymedia-Pressesprecherin Eva-Maria Ritter. Betroffen waren 600 Kunden. „Mehrere Tiefbaugruben mussten geöffnet werden“, so Ritter, „dadurch hat sich das alles hingezogen.“

„Bei mir sind die Probleme mittlerweile geschäftsschädigend“, sagt Helmut Kruse, der ein Komplettpaket mit Internet, Telefon und Fernsehen bei Unitymedia gebucht hat. Hatte, um genauer zu sein. Denn Helmut Kruse hat seinen Vertrag gekündigt. „Durch eine Preiserhöhung habe ich ein Sonderkündigungsrecht“, sagt der Nachrodter Bestattungsunternehmer und spricht von „massiven Problemen in den vergangenen Monaten.“ Gut möglich sei, dass sich Bürger bei anderen Bestattungsunternehmen gemeldet hätten, weil er nicht erreichbar gewesen sei.

Immer wieder Verbindungsprobleme

Tatsächlich berichtete das Altenaer Kreisblatt bereits vor einigen Wochen von Verbindungsproblemen, die immer wieder auftauchten. Jetzt der Komplettausfall, der bis zum gestrigen Montagmorgen kurz vor 9 Uhr andauerte.

Dass die Nachrodter nicht reihenweise zu einem anderen Anbieter wechseln, liegt, so die Diskussion auf der Facebook-Seite „Du bist Nachrodter, weil...“, an der Internetgeschwindigkeit. Schnelles Internet biete in Nachrodt nur Unitymedia an. Laut Online-Auskunft ist bei der Telekom beispielsweise an der Hagener Straße und an der Ehrenmalstraße eine Internet-Flat bis zu 16 MBit/s im Download und bis zu 2,4 MBit/s im Upload möglich. Bei Unitymedia im Online-Vergleich sind es bis zu 400 Mbit/s Download und 20 Mbit/s Upload. Eine Anfrage der Redaktion blieb von der Telekom-Pressestelle bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Unmut über ständige Ausfälle

Aufgrund des schnelleren Internets sieht Helmut Kruse keine andere Chance, als in Sachen Internet bei Unitymedia zu bleiben. „Besonders angewiesen bin ich aber auf das Telefon“, sagt der Unternehmer, der lieber mehrere Verträge als ein einziges Drama haben möchte. „Das geht mir einfach alles auf den Keks“, formuliert er seinen Unmut über ständige Ausfälle.

Und auch andere Nachrodter hielten am Wochenende nicht mit ihrer Meinung hinterm Berg, wobei einige Facebook-Nutzer den Totalausfall auch mit einen großen Portion Humor nahmen: „Hab langsam Angst, dass ich vor Langeweile noch anfange zu putzen“ oder „Naja, ohne Fernsehen und Internet ist es schon bisschen langweilig, aber ohne Strom wäre schlimmer“ oder „Wer über Langeweile klagt, hat wahrscheinlich nie erlebt, wie es war, als es nur ARD, ZDF und mit viel Glück WDR gab.“

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