Sozialverband hat keinen Vorstand mehr

Die Resonanz auf Veranstaltungen ist mau geworden. Auch zur Versammlung kam nur ein Dutzend Mitglieder. - Fotos: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Auflösung der Sozialverbands-Ortsgruppe Nachrodt-Wiblingwerde ist sehr wahrscheinlich: In der Jahreshauptversammlung am Samstag stellte sich keines der Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl. Weitere Kandidaten waren unter den zwölf Anwesenden nicht auszumachen. Das Interesse an weiteren Aktivitäten geht gen Null.

Zehn Mitglieder hatten 2017 noch an einem gemütlichen Weihnachtsessen teilgenommen - das war aber auch die einzige Resonanz, die Vorsitzende Petra Hübchen im vergangenen Jahr verzeichnen konnte. Sie und ihr Helferkreis hatten mehrfach Veranstaltungen im Haus Hagener Straße 96 vorbereitet, doch außer den Organisatoren selbst schaute niemand mehr vorbei.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Nur ein Bruchteil der 103 Mitglieder ist noch mobil und gesund genug, um an Klön-, Bastel- und Spielenachmittagen, Fahrten und Festen teilnehmen zu können. Kay Kürschner, der als Kreisverbandsvertreter der Versammlung beiwohnte, will die Situation in dem übergeordneten Gremium vortragen und eine Lösung finden. Die könnte darin liegen, die Nachrodter Mitglieder im Ortsverband Altena unterzubringen und an den dortigen Aktivitäten teilhaben zu lassen. „Ich habe volles Verständnis dafür, wenn sich hier niemand mehr die Mühe machen möchte, selbst etwas zu organisieren, wenn kaum Resonanz da ist“, erklärte Kürschner. Er sprach auch den Unmut an, den der Umzug der Geschäftsstelle von Altena nach Hagen bei vielen Mitgliedern ausgelöst hatte. Für Petra Hübchen selbst ist das einer der Gründe, dem Sozialverband ganz den Rücken zu kehren. „Es gibt keinen Service vor Ort mehr und für die Beratung aus der Ferne sind auch noch die Preise explizit erhöht worden“, machte sie im AK-Gespräch ihrem Unmut Luft. „In anderen Sozialverbänden sind diese Dienstleistungen gratis. zudem hat der Landesverband die Orts- und Kreisverbände sehr in ihren Freiheiten eingeschränkt. Ich glaube, dass er sich auf Kosten der Untergruppen sanieren möchte“, erklärt Petra Hübchen. Sie betont im gleichen Atemzug aber auch, dass ihr die Arbeit in Nachrodt generell viel Freude bereitet habe und ergänzt:„Ich werde Hilfesuchende in Renten- und Behindertenangelegenheiten weiterhin unterstützen. Anruf genügt!“ - iho

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