Ein Tag „Auf dem Ahorn“ in Nachrodt-Wiblingwerde

NACHRODT-WIBLINGWERDE – Langsam schlängeln sich die großen Reisebusse von Wiblingwerde über Herlsen zum Ahorn. Zwischen Wiesen und Wäldern sieht man oftmals keinen einzigen Menschen. Aber dann plötzlich ist er da: Der Ahorn. Und der ist lebendiger denn je. Hier spielen Kinder, dort üben angehende Bänker das richtige Konfliktmanagement, während eine Schulklasse bei einem komplexen Geländespiel wetteifert. Die Ferien-, Schulungs- und Tagungsstätte Auf dem Ahorn erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Harald Bürzl und seine Frau Angela haben dem Heim nicht nur ein neues Gesicht verschafft, sondern auch jede Menge Leben eingehaucht.

Harald Bürzl ist ein gefragter Mann, das merkt man sofort und er hat sein Ohr überall. Hier fehlen Bettbezüge, dort reist eine neue Gruppe an, die Betreuer haben Fragen und ein Wasserkran ist defekt. Zwischen den „Problemchen“ erzählt er von seinem Traumjob, den er hier gefunden hat. Freundlich und offen präsentiert er das Haus und sein Konzept. Ein wenig Stolz auf das Vollbrachte schwingt dabei mit und das zu Recht. Aus dem schnöden Plattenbau ohne besondere Wohlfühlatmosphäre ist über die Jahre ein familienfreundliches Tagungshaus mit Eventcharakter geworden. „Dass die Arbeit so intensiv ist, habe ich nicht gedacht, aber es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir sind hier glücklich, unsere Arbeit macht Spaß“, freut sich Bürzl.

Besonders Schulen haben das Heim für sich entdeckt. „Die Werbung fängt an zu greifen. Wir haben über 4 100 Schulen angeschrieben“, berichtet Bürzl. Die Schulen reize besonders die abgeschiedene Lage des Hauses und das erlebnispädagogische Programm. „Erlebnispädagogik ist meine Leidenschaft. Wir haben hier verschiedene Angebote“, erklärt er weiter. Besonders der Kletterturm erfreut sich bei den Gästen größter Beliebtheit. „Hier kommen wir im pädagogischen Programm immer mal auf Gott zu sprechen und das Seil steht dann für den Glauben, der uns hält.“ Der Glaube und das christliche Miteinander sind dem ehemaligen Jugendpastor ein wichtiges Anliegen. „Wir sind ein christliches Haus und dementsprechend verhalten wir uns auch. Wer herkommt, muss sich dessen bewusst sein“, so Bürzl.

Besonders begeistert zeigen sich Lehrer und Gruppenleiter von dem Hüttenbauspiel, einem komplexen Geländespiel, in dem die Teilnehmer ihre soziale Kompetenz stärken und ihre eigenen Talente hervorheben können. Neu im Programm ist das Bogenschießen. „Da trauen sich noch nicht so viele Gruppen dran. Es dauert immer eine Weile, bis Neuheiten greifen“, berichtet er optimistisch.

Das Haus hat 119 Betten in 34 Zimmern, hinzu kommen zwei Zeltplätze. Bürzl: „Hier ist schon immer mächtig was los. Die Zimmer sind oft ausgebucht.“ Aber das bedeutet auch jede Menge Arbeit. Für Harald Bürzl ist das jedoch kaum eine Last. „Mir macht´s halt Spaß“, erklärt er, während um ihn herum das quirliges Kleinkindchaos einer Mutter-Kind-Freizeit herrscht. Bürzl liebt den Stress und das Lebendige im Haus. „Ich brauche keinen Ausgleich. Mich stresst das hier gar nicht“, erzählt er. Und wenn er doch mal Abstand braucht, dann entspannt er sich mit seiner Motorsäge im Wald.

Und die Zukunft? Die Erlebnispädagogik soll ausgebaut werden. „Am liebsten mit einem Barfußparcours und einem Baumhaus.“ Momentan bekommt das Haus eine neue Fassade und eine Solaranlage zur Warmwassergewinnung aufs Dach. „Alles zu seiner Zeit“, ist Bürzls Motto.

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