Auch mal Small-Talk mit Fußball-Legende Müller

Michael Köster. -

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Michael Köster kommt gut herum in seinem Job. Erst neulich war er in Budapest, stand gleich neben Jogi Löw. Mit so manchen Sportpromi hat er schon Small-Talk gemacht.

Unter anderem mit Gerd Müller, dem fehlte noch ein Mann fürs Trainingsspiel, fragte Köster ob er nicht mitspielen wolle. Köster verzichtete mit Hinweis auf die Stahlkappen seiner Arbeitsschuhe. Der Mann aus Neuburg an der Donau arbeitet bei Polytan, einem Unternehmen, das Stadien weltweit mit Kunstrasen und Kampfbahnen ausrüstet, die Anlagen natürlich auch reinigt und pflegt. Und Kösters Arbeit ist es, mit einer Spezialmaschine Kampfbahnen zu reinigen und so auch für neue Beschichtungen vorzubereiten. Und da arbeitet er nicht nur im Inverness-Stadion bei Loch Ness, im Berliner, oder Münchener Olympiastadion, sondern eben auch im Holensiepen-Stadion Nachrodt.

Der 53-Jährige Familienvater wohnt in einem Firmenwohnwagen an seinem Arbeitsplatz. Jetzt war er fast drei Wochen nicht zu Hause. „Gut, dass es Handy und Flat-Rate gibt. Früher musste ich immer erst noch eine Telefonzelle suchen“.

Köster betont, dass die Pflege einer Anlage ungemein wichtig sei. Alle zwei bis drei Jahre eine Grundreinigung - das sei wichtig für die Haltbarkeit. Die Kampfbahn am Holensiepen gefällt ihm gar nicht, da habe man ewig nichts gemacht. Die Kampfbahn in Nachrodt wird gereinigt, weil danach feines rotes Granulat aufgespritzt wird. Auch die Markierungen werden neu eingemessent. Bei Polytan arbeitet ein Vermessungsingenieur, der natürlich auch weltweit unterwegs ist.

Die Spezialmaschine, welche Köster fährt, arbeitet mit Hochdruckstrahlern und Bürsten. Bei dem Gerät handelt es sich um einen Kleintraktor, der einen Frischwasser und Schmutzwassertank enthält. An der Front ist ein haubenförmiger Aufsatz befestigt, unter dem wiederum mit 2000 Touren pro Minute laufende Düsen arbeiten, welche reines Wasser mit 200 Atü auf die Bahn schießen, Walzenbürsten reinigen zeitgleich, der Dreck wird mit Hochdruck in den Schmutzwassertank geleitet. Ein üble braune Brühe zeugt von dem Reinigungsprozess. Und hinter dem Wagen bleibt eine porentief saubere Tartanbahn zurück. - Peter von der Beck

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