Feuerwehr-Serie: Sicherheit wird bei diesem gefahrvollen Job groß geschrieben

Atemschutzträger sind „die Augen des Einsatzleiters“

Schwer zu tragen haben die Atemschutzträger. Die Ausrüstung wiegt über 25 Kilogramm.

NACHRODT-WIBLINGWERDE -   Mit den schwersten Job bei der Feuerwehr haben die Atemschutzgeräteträger: Mehr als einen halben Zentner Gewicht müssen sie tragen, um einigermaßen sicher an den Brandort zu gelangen und dort effektiv eingreifen zu können.

Von Hartwig Bröer

Zur Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger zählt nicht nur die schon schwere Schutzkleidung. Hinzu kommen Brechaxt, Schutzhelm und Maske und natürlich das eigentliche Sauerstoffgerät. Allein das wiegt rund zehn Kilogramm.

Atemschutzgeräteträger sind die ersten, die ein brennendes Haus betreten und sich zur Brandstelle vorarbeiten. Bedingt durch den aufsteigenden Rauch ist die Sichtweite begrenzt. Das ist gefährlich, weshalb stets im Zweiertrupp gearbeitet wird. Die Feuerwehrleute sind durch starke Seile miteinander verbunden. Ausserdem führen sie Funkgeräte mit sich. Zum einen, um sich untereinander verständigen zu können. Zum zweiten aber auch, um dem Einsatzleiter, der sich außerhalb des Hauses befindet, die Lage vor Ort schildern zu können.

„Die Atemschutzgeräteträger sind quasi die Augen des Einsatzleiters“, sagt Sebastian Putz. Nur aufgrund ihrer Lageberichte könne er entscheiden, wie die gesamte Wehr vorzugehen habe. Damit das Zusammenspiel reibungslos klappt, trainieren die Blauröcke solche Notfallsituationen regelmäßig. „Dafür bieten sich natürlich unbewohnte Häuser oder Häuser, die zum Abriss vorgesehen sind, an“, sagt Ralf Gottwald, Löschgruppenführer aus Wiblingwerde. Auch viele Nachrodter Firmen würden ihre Räumlichkeiten für diese Art der Übungen zur Verfügung stellen.

Dort kann man natürlich nicht mit Rauch arbeiten. Aber mit Gefrierbeuteln. Vor die Maske und das Gesichtsfeld gespannt erzeugen sie die Illusion von schwerem Rauch.

Die Arbeit der Atemschutzgeräteträger ist nicht ungefährlich. Deshalb wird auf ihre Sicherheit allergrößter Wert gelegt. Vor Ort können sie oft sogar die Hitze des Feuers spüren. Ihre Schutzkleidung trotzt zwar fast jeder Flamme. In ihr wird es jedoch relativ schnell ziemlich heiß. Die Blauröcke können daher nur eine begrenzte Zeit direkt vor Ort verbleiben. Dann übernimmt ein zweiter Trupp. Atemschutzträger dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn ein zweiter, einsatzbereiter Trupp an der Brandstelle ist. Reißt die Verbindung zu einem Atemschutzgeräteträger ab, greift dieser Rettungstrupp sofort ein.

Alexander Hoßdorf ist Atemschutzgeräteträger und erklärt im Gespräch mit dem AK seine Motivation. Er ist ein klassischer Quereinsteiger. Beeinflusst wurde er durch seinen Bruder Christian, der schon seit vielen Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist. „Irgendwann ist irgendwie der Funke übergesprungen“, sagt Alexander Hoßdorf. Ausserdem habe er festgestellt, dass es ein „Supergefühl“ sei, anderen Menschen aus einer Notlage heraus zu helfen.

Vielleicht ein weiterer Grund, warum es sich lohnt, Feuerwehrmann (oder Feuerwehrfrau) zu sein. Wer selbst die Initiative ergreifen will, kann sich mit Gemeindebrandinspektor Michael Kling (Telefon-Nummer: 0 23 52/ 3 17 55) oder Löschzugführer Jens Klatt (Telefon-Nummer: 0 23 52 / 93 30 84) in Verbindung setzen. Die Feuerwehr braucht jeden Mann – und nimmt auch Frauen.

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