Asbest in Raumluft: Betreuungsraum gesperrt

Die Grundschule Wiblingwerde.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ In den Kellerräumen der Grundschule Wiblingwerde ist Asbest in der Raumluft festgestellt worden. Die Räume in der unteren Etage wurden von der Gemeinde daher sofort nach Bekanntwerden der Ergebnisse gesperrt. Die Kinder aus der Betreuung werden daher bis auf weiteres in den Räumen des Jugendzentrums untergebracht.

Heute, um 19 Uhr, findet in der Grundschule Wiblingwerde eine Informationsveranstaltung dazu statt. Hier werden Schulleitung, Bürgermeisterstellvertreter, ein Vertreter des Gesundheitsamtes und ein Vertreter eines Wittener Sachverständigenbüros den Eltern Rede und Antwort stehen. Gestern Nachmittag wurde die Redaktion per E-Mail verständigt.

Zum Hintergrund: Vermutet wird, dass die Verunreinigung der Raumluft mit Asbestfasern auf Sanierungsarbeiten zurückzuführen ist, die im Sommer im Keller stattgefunden haben. Anlass zur Überprüfung der Raumluft waren Beschwerden wegen Feuchtigkeit und üblen Gerüchen. Man tippte auf Schimmel. Materialproben wurden entnommen, dabei wurde dann festgestellt, dass Asbest in der Heizungsisolierung vorhanden ist. Bei den anschließenden Messungen, vorgenommen von Mitarbeitern eines Wittener Gutachterbüros, wurde dann Asbest in der Raumluft der Kellerräume festgestellt. Asbest gilt als sehr gesundheitsschädlich.

Auch die Klassenräume im Erd- und Obergeschoss wurden überprüft, hier blieben die Messungen negativ: Kein Asbest in Klassenräumen und Fluren. Die Nutzung dieser Räume sei unbedenklich, heißt es in einem Schreiben an die Eltern. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Kelleräume erst nach erfolgreicher Sanierung und Einhaltung der Richtwerte wieder freigegeben werden.

Beim positiven Messergebnis in den Kellerräumen wurden die sogenannten „Sanierungszielwerte“ überschritten. Der „Sanierungszielwert“ beträgt 500 Fasern pro Kubikmeter Raumluft. Wenn dieser Wert unterschritten wird, dann spricht der Gesetzgeber von einer „erfolgreichen Sanierung“. Nun wurden in den verschiedenen Kellerräumen diese Richtwerte zum Teil deutlich überschritten. Ausgezählt wurden bei einer Messung auf einem Filter 891 Fasern. Höhere Werte gab es in kaum genutzten Nebenräumen.

Nicole Richardson, Inhaberin des Wittener Sachverständigenbüros ließ auch durchblicken, dass man angesichts der festgestellten Faserkonzentration wohl keine Angst haben müsse. Gleichwohl sagte sie, dass sie die Frage aber nicht beantworten könne, ob ein Kind dadurch gefährdet sei.

Jürgen Röll, Bürgermeisterstellvertreter im Amt und gleichzeitig Fachbereichsleiter Planen und Bauen, sowie die Grundschulleiterin Anja Ihme formulieren in ihrem Schreiben an die Eltern: „Ein Grund zur Beunruhigung im Hinblick auf gesundheitliche Beeinträchtigungen besteht nach jetzigem Kenntnisstand nicht“. ▪ vdB

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