Ist auch wirklich alles drin?

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Heidrun Hammerschmidt und Ursula Schröder-Höller von der Phönix-Apotheke zeigen, was man zuhause haben sollte.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Der 7. Juni ist der „Tag der Apotheke“. Viele Apotheken im Märkischen Kreis bieten jetzt einen Hausapotheken-Check an. Unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittelreste werden dabei aussortiert.

Grundsätzlich gilt: Ist das Haltbarkeitsdatum eines Medikaments überschritten, darf es nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch, wenn es äußerlich einwandfrei erscheint. „Denn Arzneistoffe verändern sich auch bei sachgemäßer Lagerung im Laufe der Zeit“, betont Apotheker Dr. Gunther Fay, Sprecher der Apothekerschaft im Märkischen Kreis. „Zu lange gelagerte Medikamente können unwirksam werden oder im schlimmsten Fall sogar schädliche Nebenwirkungen hervorrufen“, bestätigt auch Apothekerin Jaqueline Daly von der Lenne-Apotheke. Zudem sei darauf zu achten, dass manche Medikamente, etwa Augentropfen, in den Kühlschrank gehören und andere nicht über 25 Grad gelagert werden sollen.

In die Hausapotheke gehören neben individuell benötigten Medikamenten vor allem Präparate gegen akute Erkrankungen, zum Beispiel gegen Schmerzen oder Durchfall, empfielt Heidrun Hammerschmidt, Apothekerin in der Phönix-Apotheke. Auch ein Desinfektionsspray für kleinere Verletzungen sei ratsam. „Das brennt auch nicht.“

Empfehlenswert sei schließlich ein Brand- und Wundgel, Verbandstoffe wie Mullbinden oder Kompressen sowie ein Fieberthermometer und eine Schere. Auch die wichtigsten Adressen und Telefonnummern sowie eine Erste-Hilfe-Anleitung sollten nicht fehlen. Was in eine Hausapotheke gehört, hängt aber natürlich von den Lebensumständen und den individuellen Bedürfnissen ab. Eine Familie mit kleinen Kindern braucht eine andere Hausapotheke als ein sportlicher Single. Die Apotheke vor Ort hilft gerne bei der Zusammenstellung. In beiden Nachrodter Häusern hat man allerdings die Erfahrung gemacht, dass das Angebot eines Hausapotheken-Checks kaum wahrgenommen wird. Heidrun Hammerschmidt erinnert zum Beispiel daran, dass die Wege zu einer Notdienst-Apotheke recht lang sein können. Schon vor diesem Hintergrund empfehle es sich, das Wichtigste im Haus zu haben.

Eine der vielen sonstigen Leistungen der Apotheken ist laut Kreis-Apothekerschaft die Herstellung individueller Medikamente. Die Rezepturanfertigung sei eine alte Kunst, aber keineswegs veraltet. Denn Rezepturen sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosis braucht, für die es keine industriell hergestellten Mittel gibt. Rezepturarzneimittel sind Ausnahmen, aber keine Einzelfälle: In 2016 haben die Apotheken in Deutschland 7,2 Millionen allgemeine Rezepturen wie Kapseln oder Salben hergestellt.

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