Anwohner laufen Sturm gegen Stromleitung

Etwa 50 Anwohner verfolgten im Planungs- und Bauausschuss die Diskussion über die neue Höchstspannungsleitung, die bei Wiblingwerde gebaut werden soll ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Anwohner von Wiblingwerde laufen Sturm gegen die von der RWE-Tochtergesellschaft Amprion geplante neue Höchstspannungsleitung. Das wurde am Mittwochabend in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses der Gemeinde deutlich, der sich mit dem Vorhaben auseinandersetzte.

Fast 50 Einwohner besuchten die Sitzung – und machten ihrem Ärger über das geplante Vorhaben Luft. Außerdem überreichte Markus te Poel als Sprecher des Neubaugebietes Niggenhuser Hof der Verwaltung eine Liste mit den Namen von 100 Anwohnern, die mit ihrer Unterschrift gegen die Stromleitung protestieren.

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Anwohner unter höchster Spannung

In dem Papier, das den Ausschussmitgliedern vorlag, hatte die Verwaltung bereits die möglichen Trassenverläufe dargestellt. Neben der so genannten Vorzugstrasse, die wie auch die schon vorhandene 220-kV-Hochspannungsleitung mitten durch den Erholungsort führt, könnte die auf 380 Kilovolt ausgebaute neue Leitung auch westlich oder östlich am Dorf vorbeiführen. Wie auch die Wiblingwerder selbst, würde die Verwaltung der Ost-Variante den Vorzug geben, obwohl die näher an Eilerde heranrücken und die Wohnhäuser in der Becke überspannen würde. So sahen das auch die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses. Allerdings gingen sie sogar noch einen Schritt weiter. Um die Bewohner von Eilerde und Becke zu schonen, müsse die Ost-Trasse so verschwenkt werden, dass die Wohnbebauung dort nicht beeinträchtigt werde, forderten sie. Einer insbesondere von den Anwohnern geforderten Erdverkabelung anstelle der Überland-Leitung räumten die Politiker aus Kostengründen dagegen kaum Chancen auf Umsetzung ein.

Am Montag, 9. Mai, ab 17 Uhr (Rastatt) wird sich nun noch einmal der Gemeinderat mit dem Thema befassen, ehe die dort verabschiedete Stellungnahme an die Bezirksregierung in Arnsberg geht. Sie wird dann in das laufende Raumordnungsverfahren einfließen. Später wird sich noch ein Planfeststellungsverfahren anschließen, in dem die Bevölkerung sich noch einmal zu dem Vorhaben äußern kann. Markus te Poel kündigte bereits direkt nach der Sitzung an, gemeinsam mit anderen Anwohnern weiter gegen die Höchstspannungstrasse vorgehen zu wollen. Unter anderem möchte er die Einwohner von Wiblingwerde in einer Bürgerversammlung hinter sich bringen. ▪ vg

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