Gemeinde erhält weniger Geld aus Düsseldorf

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Kämmerin Gabriele Balzukat sieht sich wieder mit neuen Zahlen konfrontiert.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die finanziell ohnehin angeschlagene Gemeinde muss in ihrem Bemühen um Konsolidierung des Haushalts in diesen Tagen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Aus Düsseldorf kommt weniger Geld als bisher angenommen.

Wie Sisyphos fühlt sich Kämmerin Gabriele Balzukat in diesen Tagen. Der griechischen Sagengestalt gleich, die zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen muss, der ihm kurz vor dem Gipfel entgleitet und wieder ins Tal rollt, arbeitet sie an einem Haushaltsplan, dessen Einnahmen und Ausgaben einfach nicht deckungsgleich werden wollen. „Kaum hat man die Enden irgendwie zusammenbekommen, taucht wieder ein neues Problem auf“, sagt Balzukat. Jüngstes Beispiel: Die Veröffentlichung der neuen Schlüsselzahlen des Landes, die die Grundlage dafür bilden, nach welchen Kriterien bis ins Jahr 2017 die Gemeindeanteile insbesondere an der Einkommens- und der Umsatzsteuer berechnet werden.

Für das Jahr 2015 ergibt sich daraus für Nachrodt-Wiblingwerde die Tatsache, dass Düsseldorf die Gemeinde mit rund 100 000 Euro weniger an der Einkommenssteuer und mit knapp 25 000 Euro weniger an der Umsatzsteuer beteiligen wird als Kämmerin Balzukat bisher angenommen hat. Außerdem werden die Kompensationsleistungen, die die Gemeinde als Ausgleich für die Mitfinanzierung des Kindergeldes erhält, um rund 9000 Euro geringer ausfallen. Unterm Strich erhält Nachrodt-Wiblingwerde also 134 000 Euro weniger. Die Kämmerin geht derzeit davon aus, dass dadurch das ohnehin schon erwartete Minus im Jahresergebnis auf rund 355 000 Euro steigen wird.

„Im nächsten Jahr ist das noch nicht so schlimm, aber 2016 wird es kritisch, weil wir dann verpflichtet sind, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen“, blickt Gabriele Balzukat schon über das nächste Jahr hinaus. Für 2016 erwartet sie Mindereinnahmen von 139 000 Euro, allerdings auch leichte Verbesserungen in der Größenordnung von 62 000 Euro bei den Schlüsselzuweisungen. Somit bleibt unterm Strich immer noch ein Fehlbetrag von 77 000 Euro, der bisher nicht einkalkuliert war. Dadurch wird aus dem für 2016 erwarteten Haushaltsplus von 20 000 Euro ein Minus von 57 000 Euro.

Die Fraktionsvorsitzenden habe sie über diese neusten Entwicklungen bereits informiert, sagte Balzukat am Dienstag. Sie geht davon aus, dass sie auch ein Thema in der Sitzung des Hauptausschusses werden, der am Montag, 17. November, ab 17 Uhr öffentlich in der Nachrodter Grundschule tagt. - Volker Griese

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