Friedhof vor Schließung

Symbolfoto: Scholand-Rebbert

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Friedhof an der Wiblingwerder Straße soll geschlossen werden. Wie die Kirchengemeinde den Nutzungsberechtigten der Grabstätten mit einem Schreiben des evangelischen Kreiskirchenamtes Iserlohn-Lüdenscheid jetzt mitgeteilt hat, ist nun auch die Schließung des Friedhofs an der Wiblingwerder Straße für Neubelegungen beabsichtigt.

Das Presbyterium betont, dass die Entscheidung zu dieser Maßnahme „äußerst schwer gefallen ist“ und erst getroffen worden sei, nachdem sowohl vom Kreiskirchenamt, als auch vom Landeskirchenamt in Bielefeld bestätigt wurde, dass eine Schließung des Friedhofs angesichts der gegebenen Rahmenbedingungen mangels wirtschaftlich vertretbarer Alternativen unumgänglich ist.

Bereits vor Jahren musste die Evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld den Alten Friedhof an der Niemöllerstraße auch deshalb aufgegeben, weil die Zahl der Bestattungen in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten der Friedhofsunterhaltung stand.

Ursächlich für die Schließung des Friedhofs Wiblingwerder Straße ist ebenfalls ein strukturelles Defizit des Friedhofshaushaltes. Alle Versuche des Friedhofsträgers, dieses strukturelle Defizit in den Griff zu bekommen, konnten nicht verhindern, dass die Friedhofshaushalte seit Jahren mit zum Teil hohen Verlusten abschlossen. Inzwischen sind die Rücklagen, aus denen die Verluste in der Vergangenheit ausgeglichen werden konnten, nahezu aufge–braucht.

In einer Gemeindeversammlung, zu der die Kirchengemeinde für Dienstag, 5. September, um 19 Uhr in ihr Gemeindehaus einlädt, sollen die Gründe für diese Entscheidung und was die beabsichtigte Schließung für die Nutzungsberechtigten an den Grabstätten bedeutet erläutert werden. Bereits mit dem Informationsschreiben wurde aber bereits darauf hingewiesen, dass die Nutzungsrechte nicht untergehen und dass der Friedhof auch weiterhin – mindestens bis zum Ablauf von 30 Jahren nach der letzten Beerdigung – Bestand haben wird.

Nach Angaben von Matthias Kleine aus dem Kreiskirchenamt Iserlohn/Lüdenscheid bleiben derzeit allerdings einige Fragen offen. Dazu zählt zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wo Nachrodter evangelischen Glaubens nach der Schließung beerdigt werden sollen. Auch sei noch nicht klar, ab wann der Friedhof nicht mehr belegt werden soll. Antworten werde man auf jeden Fall bei der Veranstaltung im September geben. Für die Unterhaltung und Pflege der auslaufenden Anlage solle aber auf jeden Fall auch nach der Schließung gesorgt sein.

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