Anke Ahlers zieht Bilanz

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Anke Ahlers (re.) und Anna Grasmeier.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Für Anke Ahlers war es ein hartes Jahr. Arbeitszeit und Verdienst mag sie gar nicht rechnen, kommt sie so doch auf einen bescheidenen Stundenlohn. Doch dieser Einsatz ist wohl als geldwerte Investition zu sehen.

Und Ahlers macht es gern, die Selbstständigkeit bereitet ihr Freude trotz des Drucks, trotz widriger Umstände. Sie hat viel persönlich investiert und jetzt sieht sie Land, kann die Früchte ihres persönlichen Einsatzes nun ernten. Von Peter von der Beck

24-Stunden hat sie teilweise gearbeitet und ohne die Unterstützung ihre Familie, speziell ihres Mannes, hätte das nicht funktioniert. Da ist sich Ahlers sicher. Und sie sagt: „Wenn ich mich da nicht so hinein gekniet hätte, wäre ich noch nicht so weit“.

Auch der Gemeindeverwaltung ist sie dankbar. Die habe recht flott ihre Anliegen umgesetzt. So habe sich der Biergarten wegen des Durchgangsverkehrs unheimlich bezahlt gemacht. Denn viele Holländer hätten bei gutem Wetter spontan Rast gemacht und jede Menge andere Gäste auch. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch der direkte Zugang zum Schankraum gewesen. Lob gab es auch für die Unterstützung durch die Brauerei.

Durchaus einträchtig auch: Die Zimmervermietung. Recht gut gebucht gewesen seien die Zimmer durch Monteure oder Vertreter gewesen. Doch unter Strich zähle eben auch alles zusammen: Ausschank, Zimmer, Biergarten und Gesellschaften.

Ahlers steht viel in der Küche, wenig an der Theke. Sie klopft die Schnitzel frisch und bereitet sie natürlich in der Pfanne zu. Die Gäste wissen das zu schätzen. Nicht nur prompter Ausschank und frisch zubereitetes Essen spielen für Ahlers eine Rolle - auch nette Dekoration muss sein. Viel Zeit investiert sie dafür, blockierte zuhause auch schon mal eine Woche lang die Waschmaschine, um Decken einzufärben, oder kaufte reichlich Deko-Objekte ein. „Da musste mein Mann mich schon auch bremsen“.

Viel Lob hat Ahlers auch für ihre Mitarbeiter: „Ein tolles Team“. Bis zu sieben Aushilfen beschäftigt sie zu Spitzen-Zeiten, regelmäßige kommende Fachkraft ist Anna Grasmeier.

Vor gut einem Jahr wurde Ahlers Pächterin der Rastatt, eines der für das Vereinsleben wichtigen Gaststätten Nachrodts. Viel Papierkram gab es zum Auftakt, einiges an Geld muss für Gema oder Versicherungen bezahlt werden und dann eben jede Menge Arbeit. Sie freut sich nun auf ihren ersten längeren Urlaub nach zwei Jahren: Zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Rastatt eine Woche zu. Und für die Zukunft hat sie sich vorgenommen mehr Zeit für die Familie zu nehmen. „Selbstständig - das ist schon 'ne Hausnummer“, sagt Anke Ahlers. ▪

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