Kann das Amtshaus gerettet werden?

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Das Amtshaus wird jetzt erst einmal komplett eingerüstet.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist der schlechteste und ungünstigste anzunehmende Fall: „Wir sind inzwischen bei Summen, die an den siebenstelligen Bereich ragen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Das Amtshaus ist nicht nur das Sorgenkind, das Amtshaus liegt mehr oder weniger in Schutt und Asche.

Nachdem Schimmel und Schwamm eine komplette Entkernung des Kellers notwendig gemacht hatten, gibt es am Dach das nächste Drama.

„Wie lange wollen Sie das Thema noch im Dümmelpott halten?“, fragte Peter Herbel (CDU) während der öffentlichen Sitzung des Rates und machte deutlich, dass in der Gemeinde längst die Probleme mit dem Amtshaus durchgesickert sind. „So langsam muss man die Hose ‘runterlassen“, so Herbel. Tatsächlich ist die Situation dramatisch. „Bevor wir aber endgültige Kosten nennen können, müssen wir die Untersuchungen abschließen“, sagt Birgit Tupat im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt.

Gebäude soll komplett eingerüstet werden

Nächster Schritt: die Auftragsvergabe für eine Kompletteinrüstung des Amtshauses. „Wir müssen das ganze Dach betrachten.“ Beziehungsweise betrachten lassen. Experten konnten bislang nur Teilstücke in Augenschein nehmen, die das Unheil augenscheinlich schon verkündet haben. An die Balkenköpfe kommt man aber nur von außen, so dass diese Möglichkeit nun geschaffen werden soll.

„Irgendjemand hat mir ins Ohr geflüstert, dass wir das ganze Amtshaus entkernen müssen“, sieht Bürgermeisterin schlimmste Zeiten auf sich zukommen. Das „worst-case Szenario“ wäre im Endeffekt eine Grundsatzentscheidung mit der Frage „Kann das denkmalgeschützte Haus gehalten werden?“ „Wir können aber erst klipp und klar sagen, wo der Hase im Pfeffer liegt, wenn wir verwertbare Zahlen haben“, sagt Birgit Tupat.

Probleme auch in der Rastatt

Dass das Amtshaus ortsbildprägend und mehr als ein Stück Geschichte und Tradition ist, wird die Entscheidung nach einer endgültigen Sanierungskosten-Einschätzung nicht leichter machen. „Aber woanders hat es für solche Häuser Interessenten gegeben, die andere Möglichkeiten haben. Da hängt die öffentliche Hand einfach in der Luft“, ist die Bürgermeisterin selbst entsetzt über die Eventualitäten, die jetzt im Raum stehen.

Zu allem Überfluss gibt es auch in der Rastatt Probleme. „Auch da stehen Überprüfungen an, weil der Dachstuhl nicht in Ordnung ist.“

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