Amtshaus mal anders: 22 Büros kommen aus der Luft

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Per Kran schwebten die Container auf dem Märkischen Platz ein.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Büros für die Gemeindemitarbeiter kamen per Kran aus der Luft: 22 Container stehen seit Montag auf dem Märkischen Platz. Ein schwieriges Unterfangen.

Spektakulär hingen sie gestern kurzzeitig in der Luft, in wenigen Wochen können sie bezogen werden: Die Container, die als Ausweichquartier für die Mitarbeiter des Amtshaus angeschafft wurden, stehen jetzt auf dem Märkischen Platz. 22 Einzelcontainer – jeder sechs Meter lang, 2,50 Meter breit und 2,80 Meter hoch – wurden von der Firma Bloedorn aus Dortmund angeliefert und aufgestellt. Jeweils zwei passten auf einen Lkw. 

Kranführer Leonard Alborn von der gleichnamigen Firma bewies Fingerspitzengefühl, als er die „Büros auf Zeit“ millimetergenau auf die Fundamente setzte, die die Firma Müller aus Nachrodt vorbereitet hatte. „Nur bei Wind wird es schwierig“, sagte der Kranführer schmunzelnd. 

Projektleiter Jarek Koerdt, der mit fünf Mitarbeitern vor Ort war, zeigte sich ebenso zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf wie Bauamtsleiter Dirk Röding, der demnächst in der zweiten Etage arbeiten wird. Das Containerdorf wird nämlich doppelstöckig, inklusive Treppe, Sanitäranlagen und Mini-Küche. 

Mitte Juni werden die Mitarbeiter des Bauamtes, der Kämmerei, der Kasse und des Steueramtes umziehen. Und es steht auch schon fest, wer wo seinen Schreibtisch bekommen wird. „Hier wird Kämmerin Gabriele Balzukat arbeiten“, sagte Bauamtsleiter Röding und zeigte auf einen Container, bei dem allerdings noch die Außenwand fehlte. 

Nur die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Standesamtes und die Bürgermeisterin bleiben im Amtshaus. Um den Sanierungsbedarf des denkmalgeschützten Gebäudes genau bestimmen zu können, werden nach dem Umzug der 17 Verwaltungsmitarbeiter Mitte/Ende Juni die Decken geöffnet. Es gilt zu klären, ob das Amtshaus noch zu retten oder ein Totalschaden ist. 

Die Container hat die Gemeinde für 106 000 Euro gekauft. Etwa zwei Jahre werden sie benötigt, bevor sie wieder verkauft werden können. Die Container sind augenscheinlich für alle Beteiligten die beste Lösung. 

So konnte der geplante Umzug in das Haus Freiherr-vom-Stein-Straße 2 aufgrund von eindeutiger Schimmelproblematik nicht stattfinden. Auch leer stehende Wohnungen erwiesen sich als ungeeignet. „Ich fühle mich hier wirklich besser aufgehoben“, meinte Dirk Röding mit Blick in die Container, die natürlich mit Heizung und Licht ausgestattet sind und die jetzt noch mit Elektrik ausgerüstet werden. 

Martin Murza kümmert sich um die Netzwerkkabel und darum, dass jeder Arbeitsplatz an den Server des Amtshauses angeschlossen wird. Dafür – und für die Wasserleitung – muss eine 30 Meter lange Verbindung zum Amtshaus geschaffen werden. Und wenn dann noch das erste Poster an der Wand hängt, kann es im besten Fall sogar richtig gemütlich werden für die Mitarbeiter auf dem Märkischen Platz.

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