Amtsgericht verurteilt 19-jährigen Marihuana-Konsumenten zu hoher Geldstrafe

Nachrodter als „Beifang“

+

Nachrodt-Wiblingwerde - Kiloweise Marihuana ließ sich ein mittlerweile vom Landgericht Hagen zu einer längeren Haftstrafe verurteilter Lüdenscheider zwischen August und November 2017 aus Rotterdam liefern. Ausgangspunkt seiner Aktivitäten zum Weiterverkauf der Ware war unter anderem eine Skaterhalle an der Jahnstraße in der Kreisstadt. Die Ermittlungen der Polizei brachten als „Beifang“ zahlreiche Abnehmer größerer Mengen dieses Marihuanas zutage, was den lokalen Amtsgerichten Arbeit beschert.

So auch dem Amtsgericht Altena: Dort mussten sich zwei junge Männer aus Werdohl und Nachrodt-Wiblingwerde wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verantworten. Ein 19-jähriger Werdohler zeigte sich umfassend geständig und wiederholte vor Gericht seine bereits bei der Polizei gemachte Erklärung: Demnach hatte er am 29. September an der Jahnhalle in Lüdenscheid 60 Gramm Marihuana zum Preis von 410 Euro erworben und weitergereicht an einen Bekannten aus Nachrodt-Wiblingwerde. 

„Es war so, wie es in der Anklage steht - dass ich das holen und ihm bringen sollte“, erklärte er. Weil das „Gras“ nicht sichergestellt worden war, ging die Anklage von dem geringstmöglichen Wirkstoffgehalt aus. Gemäß dieser Rechnung blieb dieser unterhalb der Grenze zur nicht geringen Menge, für deren Besitz im Erwachsenenstrafrecht eine Mindeststrafe von einem Jahr droht. Der Empfänger der Ware bestritt den Vorwurf zunächst und räumte lediglich die „Neigung, ab und zu mal zu rauchen“ ein. 

Nach einem Rechtsgespräch der beteiligten Juristen und einer Beratung des Nachrodters mit seinem Anwalt gab dieser eine Erklärung für seinen Mandanten ab. Der Vorwurf der Anklageschrift sei richtig. Mehr sei dazu nicht zu sagen. Der Bericht der Jugendgerichtshilfe machte deutlich, dass von Reifeverzögerungen ausgegangen werden musste. Dafür sprach nicht zuletzt auch die Präsenz der Eltern des Nachrodters im Gerichtssaal. 

Die 19-Jährigen wurden letztlich noch nach Jugendrecht verurteilt: Der Angeklagte aus Nachrodt-Wiblingwerde muss eine Geldstrafe von 2000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen, sein Läufer aus Werdohl verdient weniger und gestand die Tat früher, weshalb er mit einer Geldstrafe von 1000 Euro davonkam. 

„60 Gramm reichen für einige Joints“, stellte Richter Dirk Reckschmidt fest und traf entsprechende Vorkehrungen: Beide Angeklagten müssen in dreimonatigen Abständen ihr Blut auf Drogenrückstände untersuchen lassen und Kontakt zu einer Drogenberatungsstelle halten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare