Brettken zündet Mitgliederinitiative

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Trotz Nachwuchssorgen bleibt das „Brettken am drögen Pütt“ eine muntere Truppe und hat Pläne. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Riesige Stapel mit unterhaltsamer Literatur türmen sich vor den Mitgliedern des Brettkens am Drögen Pütt. Die Auswahl des Sommerstücks macht das Amateurtheater auch davon abhängig, wie viele Bürger sich an der Neumitglieder-Initiative beteiligen. Je mehr potenzielle Darsteller sich den Proben anschließen, desto mehr Möglichkeiten hat die Gruppe.

Langjährige Darsteller müssen in der Sommersaison 2014 einmal aussetzen. „Das soll der Zuschauer nach Möglichkeit aber gar nicht merken“, erklären die Ensemble-Mitglieder. Sie bewerben deshalb gern das schöne Hobby Theater, indem sie in diesen Tagen ihre Proben für interessierte Gäste öffnen und sie aktiv in die Auswahl des Sommerstücks einbeziehen.

„Es gibt einige schöne Rollen, in die sich auch ganz unerfahrene Aspiranten mal einlesen sollten“, erklären die Schauspieler. Humorvolle Handlungen, gern auch mit kriminellem Einschlag und skurrilen Begebenheiten liegen zuhauf auf dem Tisch im Haus Hagener Straße, wo an jedem zweiten, dritten, vierten oder fünften Montag im Monat ab 19.30 Uhr geprobt wird. Nur am ersten findet die Probe im Saal der Rastatt statt. Zu allen Gelegenheiten sind Besucher willkommen, die sich von den erfahrenen Mitgliedern mal etwas über Bühnenkunst erzählen lassen möchten.

„Es muss keiner aufgeregt sein. Wir schaffen schon eine humorvolle Atmosphäre, in der sich neue Mitglieder schnell wohlfühlen“, erklärt Intendant Dr. Michael Podworny – beruhigend.

Ilse Alexius war vor wenigen Jahren noch mit viel Lampenfieber in ihre erste Vorstellung gegangen. Als für sie der erste Applaus ertönte und die Kinder in den Pausen des Wintermärchens sie liebvoll umgarten, war die Aufregung restlos weg. „Wenn das Publikum uns zeigt, dass es Gefallen an unserer Arbeit findet, dann wissen wir, wofür wir gearbeitet haben“, beschreibt das Ensemble das emotionale Erlebnis des Theaterspiels.

„Es ist sogar ein charakterbildendes Hobby“, erklären die Mitglieder. Zu sehen, dass man sich auch in einer Rolle fernab des eigenen Wesens wohlfühlen könne, wecke oft ungeahnte Potenziale.

Das Textlernen sei zudem ein vorzügliches Gedächtnistraining und fördere die Allgemeinbildung. „Und das Wichtigste: Theaterspielen macht einfach Spaß!“

Das Brettken heißt übrigens nicht nur Menschen willkommen, die ihre darstellerischen Qualitäten testen möchten. Gebraucht werden auch Leute, die kreative Ideen im Kulissenbau einbringen können oder Kostüme schneidern möchten.

„Ein Stück wird außerdem nie so aufgeführt, wie der Autor es vorgibt“, ergänzt Dr. Michael Podworny. Neue Mitglieder können sich deshalb auch in die Gesamtgestaltung einbringen und eine langatmige Passage durch einen Knalleffekt ergänzen.

Unabhängig davon, ob die Neumitglieder-Kampagne zündet, wird das Brettken in jedem Fall ein Sommerstück auf die Beine stellen. „Wir lassen unser Publikum nicht im Stich!“ ▪ iho

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