Drei Märchen in einem etwas schrägen Musical vereint

Vor zehn Jahren führte das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt das Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ auf. - Foto: Archiv

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Zugegeben: Der Name des Stückes ist etwas sperrig. Dr. Michael Podworny, der Regisseur des Amateurtheaters Brettken am Drögen Pütt hält es aber für so reizvoll, dass er es mit der Laienschar in diesem Winter auf die Bühne der Lennehalle bringen will.

Über mehrere Wochen hatten sich die Hobbyschauspieler aus der Doppelgemeinde Gedanken gemacht, welches Märchen sie in diesem Winter aufführen sollten. Auch eine Umfrage im intern et hatten sie gestartet, um Anregungen aus den Reihen ihres Publikums zu erhalten. Am Ende fiel die Wahl dann nicht auf ein Märchen, sondern gewissermaßen gleich auf drei. „Die Drei-Märchen-Musical-Show“ heißt das Bühnenstück des niedersächsischen Autors Andreas Kroll. Die Idee, die dahinter steckt: Drei Märchen (siehe Kästen) werden mit Musik und Gesang zu einer märchenhaften Musical-Show verwoben. Durch die Show führt eine ziemliche „schräge“ Märchentante. Es geht spannend und auch lustig zu, es gibt Zaubereien und zauberhafte Masken zu sehen – und wenn das Publikum beherzt mithilft, wird immer alles gut.

Die versiegten Brunnen

Überall im Königreich sind die Brunnen versiegt und der König des Landes wird vermisst. Er ist nach der Jagd im Finsterwald nicht mehr zurückgekehrt. Der mutige Hirte Hans macht sich auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Auf seiner Suche nach dem König und dem Wasser trifft er einen seltsamen alten Mann…

Brettken-Regisseur Michael Podworny erklärt, warum die Wahl ausgerechnet auf dieses außergewöhnliche Stück gefallen ist: „Es ist witzig gemacht, jedes der drei Märchen hat seinen eigenen Charme und kauzige Figuren.“ Doch auch ganz praktische Erwägungen haben laut Podworny zu dieser Wahl geführt. „Wir haben in unserem Ensemble viele Mitspieler, die gerne nur eine kleine Rolle spielen möchten. Das ist mit diesem Stück möglich“, sagt der Regisseur, der mit diesem Märchen-Musical, das weder den klassischen Ansatz der Gebrüder Grimm verfolgt, noch zu modern ist, auch Neuland betritt. „Wir haben ja schon alle möglichen Märchen gespielt, aber so etwas haben wir noch nie gemacht. Trotzdem wird es bestimmt interessant und unterhaltsam für Groß und Klein“, kann er sich vorstellen, dass dieses Experiment beim Publikum ankommen wird.

Die drei Hexen

Seit eh und je richten die Wetterhexe, die Krankheitshexe und die Unglückshexe großen Schaden im Königreich an. Als sie dann noch den Liebsten der Magd Helga in einen Apfel verwandeln, hat diese die Nase voll. Gemeinsam mit dem Zwerg von Gnatzenberg will die Magd den Hexen das Handwerk legen…

Mehrere relativ große Musikpassagen gilt es mit den Hobbydarstellern einzustudieren – eine Aufgabe für Sascha Fotiadis, der schon oft für die Bühnenmusik des Amateurtheaters verantwortlich war. „Und seine Musik kam in der Vergangenheit immer gut an“, traut ihm Podworny auch diesen Job zu.

Bis zu 16 Rollen kann der Regisseur für die fünf Aufführungen in der Adventszeit vergeben. Podworny denkt darüber nach, die eine oder andere Doppelbesetzung vorzunehmen, also einen Schauspieler mehrere Rolle spielen zu lassen. Er kann sich aber auch gut vorstellen, Theater-Neulinge einzubauen. „Es sind auch ein paar ganz kleine Rollen dabei, eigentlich ideal für Neueinsteiger“, macht Podworny allen Mut, die den Schritt auf die Theaterbühne bisher noch nicht gewagt haben. Auch Helfer, die hinter der Bühne ihren Teil zum Gelingen des Stücks beitragen möchten, sind beim Brettken-Theater jederzeit willkommen. Interessenten können sich einfach direkt an Dr. Michael Podworny (Tel. 0 23 52/26 00 01) wenden.

Die falsche gute Fee

Herbert und Tina sind arm. Um Geld zu verdienen macht Herbert sich auf den Weg in die Stadt. Unterwegs wird er von der bösen Fee überlistet und gefangen genommen. Als Tina ihrem Liebsten helfen will, gerät auch sie in Gefangenschaft. Jetzt kann nur noch ein Wunder helfen, oder eine gute Fee…

Die Proben finden übrigens ab sofort immer montags ab 19.30 Uhr statt. Die Aufführungen des Märchenmusicals sind für den 7., 11. und 14. Dezember (jeweils 17 Uhr) sowie für den 8. und 15. Dezember (jeweils 16 Uhr) geplant. Nur der Titel des Stückes bereitet Podworny noch etwas Kopfzerbrechen: „Für uns ist das erst einmal der Arbeitstitel. Vielleicht finden wir ja noch einen schöneren.“ - Volker Griese

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare