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Brettken-Ensemble sagt Märchenaufführungen ab

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Seit vielen Jahren führt das Nachrodter Amateurtheater in der Winterzeit Märchenstücke auf. In diesem Winter muss es mit dieser Tradition allerdings brechen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt wird in diesem Winter keine Märchenvorstellungen geben. Stattdessen wollen die Laienschauspieler die Zeit nutzen, um sich weiterzubilden und um im nächsten Jahr möglichst mehrere Veranstaltungen durchzuführen.

„Mehr als die Hälfte unser Aktiven steht in den nächsten Monaten nur sehr eingeschränkt zur Verfügung“, begründete Regisseur Dr. Michael Podworny, warum er mit seiner Gruppe in diesemWinter kein Märchen aufführen kann. Die Alternative, nur ein kleines Stück mit weniger Darstellern zu präsentieren, kam für ihn nicht infrage. „Man hat ja auch einen Ruf zu verlieren. Deshalb wollen wir kein Mini-Märchen aufführen“, sagte er. Damit wird das Brettken-Theater zum ersten Mal seit 23 Jahren kein Wintermärchen präsentieren.

Trotzdem wollen sich die Brettken-Akteure nicht auf die faule Haut legen, sondern die Zeit ohne Proben und Aufführungen nutzen, um an ihren schauspielerischen Fähigkeiten zu feilen. „Seit mindestens zwei Jahren reden wir darüber, dass wir einmal ein Theaterseminar mit einem externen Dozenten durchführen wollen“, berichtete Podworny. Dafür sei nun Zeit vorhanden. Wahrscheinlich Ende November werde deshalb die Kölner Schauspielerin und Kommunikationstrainerin Heike Bänsch nach Nachrodt kommen, um mit dem Ensemble schauspielerische Grundlagen wie Bewegungen und Gesten zu trainieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man die Figuren eines Theaterstücks zum Leben erwecken kann. „Das tut unserer Gruppe und auch jedem Einzelnen gut“, ist Podworny überzeugt, dass dieser Workshop das Amateurtheater bereichern wird. Er selbst hat nach eigenen Angaben bereits an drei solcher Seminare teilgenommen. „Man nimmt da sehr viel mit“, hat er erfahren. Der Regisseur hofft, dass sich von diesem Angebot nicht nur diejenigen angesprochen fühlen, die sich bisher noch nicht dazu durchringen konnten, eine Bühnenrolle zu übernehmen. Auch für die „alten Hasen“ im Brettken-Ensemble sei die Teilnahme an dem Seminar durchaus interessant.

Mit neuen Impulsen kann das Amateurtheater dann in das Jahr 2015 gehen, das für die Gruppe eine besondere Bedeutung hat. „Dann können wir unser 40-jähriges Bestehen feiern“, sagte Podworny und kündigte an, dass dieser Anlass auch im Programm Berücksichtigung finden soll. „Wir wollen dann etwas Besonderes veranstalten, vielleicht einen Tag der offenen Tür oder ein Ehemaligentreffen“, gab Podworny Einblick in die Planungen. Dabei wäre ein Treffen ehemaliger Weggefährten durchaus eine Herausforderung. „Im Laufe der Jahre haben knapp 200 Leute mitgespielt“, hat der Regisseur ermittelt. Die alle ausfindig zu machen und zu erreichen, dürfte nicht ganz leicht sein. „Von einigen müssten wir überhaupt erst einmal die aktuelle Adresse herausfinden“, hat Podworny schon festgestellt.

Weiter vorangeschritten sind dagegen schon die Planungen für das nächste Sommerstück des Brettken-Theaters. Am vergangenen Montag haben sich die Aktiven erstmals mit der Stückauswahl beschäftigt. Von 40 möglichen Stücken haben sie erst einmal zehn in die engere Wahl genommen. „Wir suchen etwas, das wir in dieser Form noch nicht gespielt haben“, ließ Podworny durchblicken, dass anlässlich des 40-jährigen Bestehens auch das Geschehen auf der Bühne zu einer besondere Überraschung werden soll. In den nächsten zwei bis drei Wochen soll die Entscheidung über das neue Stück fallen. Mit den Proben soll dann auch früher begonnen als für die bisherigen Sommerstücke – auch, weil die Aufführungen im nächsten Jahr früher stattfinden sollen. „Wahrscheinlich schon ab Ende April werden wir das neue Stück aufführen“, kündigte Podworny an.

Die Wintermonate werden also ereignisreich für die Aktiven des Brettken-Theaters – auch ohne Märchenproben und -aufführungen. - Volker Griese

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