Alter Wetterhahn von St. Josef in neuem Glanz

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Franz Otto Fischer mit dem restaurierten Hahn. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der alte Hahn: Das Hinterteil lag im Schneefanggitter der Kirche, die Achse war schwer demoliert, außerdem wies er Schussverletzungen auf. Eine kleine Beule im Kleinkaliberdurchmesser verunstaltet auch jetzt, nach der Restauration, den Leib des ehemaligen St. Josefschen Wetterhahns. Jetzt präsentiert sich der über 80-jährige Hahn in alter Pracht. Es war Franz Otto Fischer, der den ursprünglichen Hahn der St. Josef-Kirche wieder restauriert hat.

Zum Hintergrund: Franz Otto Fischer hat sich von 1985 bis 2003 als Kirchenvorstand um die baulichen Belange der damals noch selbstständigen katholischen Gemeinde gekümmert. Als vor exakt zehn Jahren das Kirchendach saniert wurde, und die Kirche eingerüstet war, ergriff man die Gelegenheit, den alten maroden Hahn durch eine vergoldete Neukonstruktion zu ersetzen.

Entgegen der ursprünglichen Annahme, dass man den alten Hahn mutwillig zerschossen habe, stellte sich dann heraus, dass die Materialkombination Kupfer und Eisen im Laufe der Zeit dem Metalltier den Garaus gemacht hatte. Der kupferne Hahn war auf der senkrechten Eisenachse gelagert. Wind, Wetter und der wegen der unterschiedlichen Metalle fließenden Strom sorgte dann für ein übriges. Die Eisen-Achse schwoll durch den Rost an, sprengte die kupferne Hülse - und der alte Hahn war hin. Ein Teil lagerte im Keller des Pfarrers, das andere lag im Schneefang. Franz Otto Fischer kam durch Zufall an die Einzelteile und restaurierte den Hahn. Immer wenn er Zeit hatte, werkelte er im Keller oder im Betrieb seiner beiden Söhne. Der Achsstab wurde neu abgedreht. Die kupferne Fassung der Basiskugel musste passend ausgetrieben werden. Auch neue Nieten gab es für die Hülse. Am Ende hatte Fischer das gute Stück wieder hergerichtet - ganz allein. Schließlich ist der 75-jährige ein Klempnermeister alter Schule. Der Umgang mit Kupfer, das war sein Arbeitsleben lang sein täglich Brot.

Wo und ob der alte Wetterhahn nun einen Platz finden soll, das weiß Fischer noch nicht. ▪ Peter von der Beck

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