Alte Telefonzelle wird vor der Kirche aufgestellt - aus diesem Grund

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Treffen vor Ort: Auf der Wiese vor der Kirche in Wiblingwerde wird eine Telefonzelle als Bücherstube aufgestellt. Den Platz schauten sich (v.r.) Bürgermeisterin Birgit Tupat, Kirsten Steinecke, Alexandra Meckel, und Bauamts-Mitarbeiterin Natascha Handschak an.

Die letzte Telefonzelle wurde 2018 in Deutschland abgebaut. Nun stellt die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwedre wieder eine auf. Aus einem speziellen Grund.

Nachrodt-Wiblingwerde – Sie stehen in Gärten zur Dekoration oder als umfunktionierte Dusche. Sie dienen liegend als Gewächshaus oder in Berlin gar als Mini-Disko: In Nachrodt-Wiblingwerde wird der Fernsprechkiosk nun zum literarischen Anlaufpunkt. 

In wenigen Wochen wird eine neu hergerichtete Telefonzelle im Zentrum von Wiblingwerde als Bücherstube aufgestellt. Knallrot wird sie sein – und ein Hingucker schlechthin. 

Die Idee dafür hatte Kirsten Steinecke, um die Umsetzung kümmerten sich Bürgermeisterin Birgit Tupat und Alexandra Meckel. Um den optimalen Standort zu finden, trafen sich alle Beteiligten mit Tiefbauer Thomas Bäcker und Bauamts-Mitarbeiterin Natascha Handschak im Höhendorf und entschieden sich einstimmig für einen Platz am Rande der Wiese vor der Kirche. 

Bücher wegwerfen? Niemals

„Bücher wegschmeißen finde ich furchtbar. Es tut mir leid um jedes Buch, selbst, wenn es doof war“, erzählt Kirsten Steinecke und schmunzelt. Und so stellte sie eine Kiste, die sie mit unzähligen ausrangierten Büchern befüllte, vor ihrem Haus auf. Zum Mitnehmen für alle Interessenten. Und das waren sehr viele. 

Die Idee, Schmöker nicht verstauben oder im Altpapier verschwinden zu lassen, nahm Formen an. Und als Kirsten Steinecke vor fünf Jahren in Dortmund eine Bücherschrank-Telefonzelle entdeckte, war der Wunsch für Wiblingwerde geboren. 

Hohe Preise 

Die Umsetzung dauerte allerdings viele Monate. Denn eine ausrangierte Telefonzelle zu bekommen, war gar nicht so einfach. Mittlerweile sind die Schätzchen heiß begehrt – von einer englischen Telefonzelle ganz zu schweigen. „Nachdem wir die Preise dafür gesehen haben, war der Traum ausgeträumt“, erzählt Bürgermeisterin Birgit Tupat. 

Nach langem Suchen wurde Alexandra Meckel durch eine Anzeige fündig und erstand eine Telefonzelle im Norden Deutschlands. Aktuell steht sie in der Autolackiererei Brüggemann und wird aufgehübscht. 

Bücher für alle

Der neue literarische Anlaufpunkt hat Regale statt eines Telefonhörers. Jeder kann zu jeder Tages- und Nachtzeit Lesestoff seiner Wahl abgeben und mitnehmen. Die Bücherstube wird nicht abgeschlossen, aber im Boden fest verankert. 

Kirsten Steinecke und Bürgermeisterin Birgit Tupat werden die neue Bücherstube zunächst mit Literatur füllen und sind sich sicher, dass die Wiblingwerder dann ihrerseits Krimis, Biografien, Kinderbücher oder auch CDs zum Tauschen und Kennenlernen bringen. Dankbar ist Bürgermeisterin Birgit Tupat, dass das Projekt von der Sparkasse unterstützt wird.

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