„Alle warten, dass jemand kommt. Es kommt nur keiner“

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Gerd Schröder, der 1962 als i-Männchen das erste Mal die alte Schule Veserde betrat, hofft, dass sich am Mittwoch dort viele Veserder zusammenfinden, um ein Begegnungs-Konzept zu erarbeiten.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Dorf ist kein Sanatorium. Es ist bunt, es ist vielfältig – aber es zeigt es nicht. Kann es nicht zeigen. Denn es fehlt ein Treffpunkt. Seit es den gemischten Chor und auch die Löschgruppe Veserde nicht mehr gibt, findet Gemeinschaft fast nur noch im Verborgenen statt.

Das soll sich ändern – mit einer Begegnungsstätte für die Veserder Bürger. Initiator ist Gerd Schröder. Der SPD-Ratsherr hat den perfekten Ort auch im Blick: die alte Schule Veserde. Gemeinsam mit allen Veserdern möchte Gerd Schröder am kommenden Mittwoch, 28. Februar, ab 19 Uhr auch dort ein Konzept für eine mögliche Dorfbegegnungsstätte auf die Beine stellen.

Idyllischer könnte es kaum sein. „Der schönste Fleck auf dieser Erde... ist Veserde bei Wiblingwerde“ wirbt auch das Schlosshotel für das kleine Dorf auf dem Höhenrücken zwischen Lenne- und Nahmertal. „Aber die Dorfgemeinschaft hat sich verändert“, bedauert Gerd Schröder, der 1962 als i-Männchen das erste Mal die alte Schule Veserde betrat. „Teilweise kenne ich die Bürger vom Hartmoll oder Am Kamp kaum oder gar nicht“, erzählt Gerd Schröder. Und während es früher bei den Dorffesten hoch her gegangen sei, gebe es diese schon lange nicht mehr. „Das muss sich ändern“, findet der Veserder, der sich im vergangen Jahr im Rat der Gemeinde dafür eingesetzt hatte, dass die alte Schule Veserde vorerst nicht verkauft wurde. Man wollte sich die Möglichkeit offen halten, dort eine Begegnungsstätte einzurichten.

In der alten Schule Veserde könnte von heute auf morgen ein Begegnungszentrum entstehen.

Tatsächlich könnte man sofort loslegen. Der große Raum, in dem früher sechs Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet wurden, und der kleine Raum, in dem die Jüngeren waren, sind in einem guten Zustand – wenn auch mit dem Charme der 70er Jahre. Die Küche ist mit allem ausgestattet, was man für ein geselliges Beisammensein benötigt: Es gibt Tische, Stühle, noch (vergessene?) Ausrüstung von der ehemaligen Löschgruppe, Geschirr und sogar einen Herd.

Wenn sich eine Gruppe von fünf/sechs Personen findet, die den Hut in den Ring wirft und sich verantwortlich für ein Beisammensein gleich welcher Art fühlt, könnte das aktuell brachliegende Dorfleben von heute auf morgen wie Phönix aus der Asche steigen.

Ein Ausschnitt aus der Küche. Trotz des Charmes früherer Tage fehlt eigentlich nichts.

Es gibt, um auch dies nicht zu verschweigen, allerdings ein Sorgenkind: den Brandschutz. Aufgrund der Auflagen kann eine hohe fünfstellige Summe eingeplant werden, um den Vorschriften gerecht zu werden. „Da setze ich auf den Gemeindeentwicklungsplan und auch auf das Leader-Programm“, sagt Gerd Schröder. Bis dahin könnte man drei/vier Feuerlöscher in die Räume stellen. „Die Schule steht länger als 100 Jahre. Und es hat nur einmal gebrannt. Laut Anekdote hat Gemeindedirektor Herbert Grote einst mal einen Adventskranz in Brand gesetzt“, schmunzelt Gerd Schröder.

Er hofft natürlich, dass der Andrang am kommenden Mittwoch zum ersten Austausch groß sein wird. Er wünscht sich, dass die Veserder, egal welchen Alters, den Weg in die alte Schule finden und ihre Wünsche kundtun. Was könnte oder sollte man unbedingt in Veserde auf die Beine stellen? Einen Mutter-Kind-Nachmittag, eine Skatrunde, gemeinsames Fußballgucken, einen Strickkurs, einen Stammtisch? „Jeder sitzt in seinem Haus und wartet darauf, dass jemand kommt. Aber es kommt keiner. Jeder schaut in erster Linie auf sich selbst“, wirbt Gerd Schröder dafür, sich in Veserde auf den Weg zu machen. Für eine schöne, lebendige Dorfgemeinschaft.

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