Alte Schule Veserde: "Klotz am Bein" der Gemeinde

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Die alte Schule Veserde würde die Gemeinde gerne loswerden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die alte Schule Veserde braucht die Gemeinde nicht mehr. Doch was tun? Die Idee für einen Bürgertreff scheiterte, ein Kaufangebot hatte die Gemeinde vor Jahren nicht angenommen.

Die alte Schule Veserde will keiner mehr haben – zumindest nicht die Kommunalpolitiker, die aktuell immer dienstags bei der Immobilien-Tour dabei sind. „Ab dafür“, witzelte der fraktionslose Matthias Lohmann. 

Doch natürlich ist es eher der Ernst der Lage, der die Baufachleute und Mitglieder von CDU, SPD und UWG umtreibt. Durchhängende Decken wurden in der alten Schule gefunden, wo im großen Saal noch ein langer Tisch und Stühle an frühere Zeiten erinnern. 

Probleme unter der Decke

Die Wohnung oben ist seit vielen Jahren vermietet. „Bautechnisch macht eine Sanierung nur Sinn, wenn die Wohnung leer wäre“, sagt Ingenieur Holger Selve. Die Deckenunterkonstruktion ist augenscheinlich problematisch, da man „sparsam mit den Abhängern war“. Die Decke muss raus. 

Herunterhängende Decken wurden in der alten Schule Veserde entdeckt

Doch weitere Untersuchungen wurden zunächst auf Eis gelegt, um über die Zukunft des Gebäudes zu entscheiden. SPD-Ratsherr Gerd Schröder hatte im Kampf gegen das brachliegende Dorfleben den Wunsch, die alte Schule zu einem Bürgertreff umzuwandeln. 

Zwei Bürgerversammlungen dazu wurden zwar gut angenommen, letztlichwollte aber niemand den Hut aufsetzen und sich verantwortlich fühlen. „Sicher eine gute Idee. Aber Gerd Schröder musste von den Bürgern mit der harten Realität konfrontiert werden“, meinte Matthias Lohmann. 

Hohage: "Veserder zu nichts zu gebrauchen"

Und UWG-Ratsherr Hans-Jürgen Hohage erklärte: „Die Veserder haben nur eine Sorge, und das sind die Windräder. Für sonst sind die zu nichts zu gebrauchen.“ Nachdem es nun keinen Bürgertreff geben wird, hat die Gemeinde nach Ansicht aller Beteiligten keine Verwendung mehr für das Gebäude. 

„Es ist ein Klotz am Bein“, meinte auch Bauamtsleiter Dirk Röding. SPD-Ratsfrau Rita Joergens brachte es auf den Punkt: „Diese Besichtigung hätten wir uns sparen können, wenn wir damals gehandelt hätten.“ 

Gemeint ist ein Kaufangebot, das es vor ein paar Jahren für die alte Schule gegeben hat. Das Grundstück beginnt an der Straße und geht bis hinter den Bolzplatz. 

Übrigens: Früher war die alte Schule auch ein Wahllokal. Matthias Lohmann verbindet allerdings schlechte Erinnerungen damit: „Leute haben behauptet, sie müssten sich ihr Wahlrecht erkaufen, weil ein Teller hier stand. Das war so ein Knaller“, erinnert er sich. Den Teller für Kleingeld gab es einst in jedem Wahllokal. Er stand natürlich nicht auf der Wahlurne

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