Alte Schule Veserde: Gespräche über Verkauf

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Die alte Schule Veserde könnte verkauft werden.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Die Gemeinde hat ein Problem: viele leerstehende Gebäude. Nicht nur die alte Schule Veserde könnte verkauft werden.

Im zweiten Teil des Sommerinterview stellten sich die Fraktionsvorsitzenden Jens Philipp Olschewski (CDU), Gerd Schröder (SPD) und Petra Triches (UWG) den Fragen zum Streit um eine Grabstelle, den Ärger auf dem Friedhof und der Zukunft leerstehender Gemeinde-Gebäude. 


Thema Bebauungsplan Nr. 3, Forsthaus Helbecke bis Opperhusen: Der Rat hat entschieden, das Vorkaufsrecht zu nutzen, um Bauland anzubieten. Die Familie von Löbbecke ist nicht begeistert. 

Petra Triches: Ich möchte eigentlich nichts dazu sagen. Nur so viel: Christian von Löbbecke sagt, wir hätten im Vorfeld nicht mit ihm darüber gesprochen. Wir durften gar nicht mit ihm sprechen, weil es im nichtöffentlichen Teil war. Da gibt es nun mal eine Gemeindeordnung. Und so lange es nicht in Stein gemeißelt ist, werden wir das auch weiterhin nicht tun. 

Wir haben uns auf jeden Fall für alle Bürger der Gemeinde entschieden und nicht nur für eine Familie. Werfen wir einen Blick auf die maroden Gebäude. 

Die CDU-Fraktion hat sich eine Immobilientour gewünscht – ähnlich wie bei der Straßenbereisung. Allerdings sollten die Fraktionen Vorschläge bei der Gemeinde einreichen. Das ist nicht passiert. Warum? 

Philipp Olschewski: Das passiert direkt nach der Sommerpause. Ich persönlich würde gern die Hagener Straße 96, das Amtshaus, die Bücherei und die Heimatstube sehen. 

Triches: Ich möchte mir die Heimatstube und die Kornkammer angucken. Im Urlaub habe ich eine alte Windmühle gesehen – gefördert durch die EU. Wäre das nicht auch für unsere Heimatstube möglich, Fördermittel zu bekommen? 

Fakt ist: Es gibt ein riesiges Gebäude-Dilemma. Wäre es nicht sinnvoll, sich von einigen zu trennen? Alte Schule Veserde? 

Gerd Schröder: Es ist im Gespräch, das Gebäude zu verkaufen. Das Interesse der Bürger, es zu erhalten, ist grundsätzlich zwar da, aber keiner will es anfassen. 

Olschewski: Das Gebäude Hagener Straße 96 vielleicht auch. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung.

Triches: Was machen wir in der Hagener Straße 96 noch? Die Awo ist raus. Und es ist nicht barrierefrei.

Schröder: Wenn wir ein fertiggestelltes Amtshaus hätten, wäre das Gebäude für die Verwaltung nicht mehr erforderlich. 

Olschewski: Die Entscheidung kann aber erst dann gefällt werden, wenn wir wissen, was mit dem Amtshaus passiert. 

Es gibt den Gemeindeentwicklungsplan. Und es soll einen Citymanager geben, der sich um die Fördertöpfe kümmert. Nur das darf er gar nicht machen. Wer soll es jetzt tun? 

Triches: Im Amtshaus arbeitet sich Frau Schroller in das Thema ein. Es gibt Städte, die haben eigens Leute für das Thema Fördertöpfe eingestellt. 

Olschewski: Das ist sinnvoll. Es muss sich ja nicht nur darum gekümmert werden, wo es Fördertöpfe gibt, sondern man muss am Ball bleiben. Der Gemeindeentwicklungsplan ist keine einmalige Sache, sondern wird in zehn, 15 Jahren abgearbeitet. 

Schröder: Ich bin mir nicht sicher, ob eine Person überhaupt ausreicht. Es ist eine unglückliche Situation mit dem Citymanager. Das haben wir uns völlig anders vorgestellt. Und wir haben unter anderen Voraussetzungen beschlossen. 

Sie hätten ihn nicht eingestellt, wenn Sie gewusst hätten, dass er sich nicht um die Fördertöpfe kümmert? 

Olschewski: Ich nicht.

Schröder: Ich auch nicht. 

Triches: Vielleicht sollte man noch mal darüber nachdenken, ob man nicht die Stunden verringert. 

Der Vorraum der Lennehalle ist immer noch nicht fertig. Ist das eigentlich der SPD zu verdanken?

Schröder: Das weise ich weit von uns. Das Projekt sollte mit Leadermitteln gefördert werden. Es ist nicht an der SPD gescheitert, sondern hat andere Gründe. Es geht um den Brandschutz.

Olschewski: Unser Ziel war es, den Bürgern etwas zurückzugeben und den Raum herzurichten, sodass ihn die Leute auch nutzen und mieten können. Die Frage ist, wie wir weiter vorgehen oder ob es eine Alternative gibt. 

Schröder: Mit dem Thema Brandschutz lässt sich im Moment alles totschlagen. 

Triches: Bei uns fängt alles klein an und endet riesengroß. Kommunalpolitik ist ein anstrengendes Geschäft? 

Olschewski: Ja, aber es macht auch Spaß. Aber weil vieles so lange dauert, fragen sich die Bürger: Was machen die da eigentlich? Dass wir immer versuchen, Lösungen zu finden, in etlichen Sitzungen sind, ist oft nicht erkennbar. 

Die Unterschiede von SPD, CDU und UWG sind oft auch nicht erkennbar... 

Triches: Wir müssen einfach zusammenarbeiten, weil die Haushaltslage dies einfordert. Wir müssen erst einmal sehen, dass wir alles so hinkriegen, dass man auch mal Wünsche äußern und sich mit den anderen auseinandersetzen kann. 

Olschewski: Der finanzielle Spielraum ist klein, aber ich bin überzeugt davon, dass die Parteien Konturen zeigen werden. Bei uns war es in der letzten Zeit die Stärkung des Ehrenamtes und die Pflegeberatung. Mir persönlich ist wichtig, dass Themen angesprochen werden, die für die Bürger wichtig sind. 

Was ist eigentlich mit dem evangelischen Friedhof Wiblingwerder Straße? Da gibt es erhebliche Probleme. Kann die Politik helfen und Geld zur Verfügung stellen? 

Triches: Die Kirchen haben viel mehr Steuern eingenommen. Wo ist das Geld denn? 

Schröder: Das ist ein Friedhof der Kirchengemeinde. Es ist natürlich so, dass auf diesem Friedhof die Bürger der Gemeinde beigesetzt werden. So kommen wir durch die Hintertür wieder rein. Aber Geld zur Verfügung zu stellen, wäre eine freiwillige Aufgabe. Und im Stärkungspakt wird das nicht genehmigt werden. Darüber brauchen wir also eigentlich nicht nachzudenken.

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