Alle Fundsachen aus Nachrodt versteigert

NACHRODT/ISERLOHN - Dirk Recker konnte es nicht fassen: „Es ist alles weg“. Tatsächlich - Handys, Schmuck, die Uhr, der City-Roller, das Fahrrad und - man glaubt es kaum - sogar die berühmten 19 nagelneuen Handtaschen, vor Jahren im Wiblingwerder Wald gefunden, wurden en bloc unter die Leute gebracht. Für 25 Euro gingen sie an einen Iserlohner, der sie an seine drei erwachsenen Töchter weitergeben will. „Da kann man doch nichts falsch machen“, sagte er....

Wie dem auch sei - gestern war Versteigerung der Fundsachen im Foyer des Iserlohner Rathauses. Und die Nachrodt-Wiblingwerder Verwaltung hatte sich mit den hauseigenen Fundstücken an den Termin sozusagen dran gehängt. Auktionatorin war Ortrun Davis, die Iserlohner Ordnungsamtsmitarbeiterin. Und sie hatte gestern sichtlich Spaß an der recht publikumsträchtigen Veranstaltung. Gekommen waren rund 70 Menschen aller Altersklassen, die sich um den Versteigerungstisch drängten. Im Angebot waren jede Menge Fahrräder, zig Handys, Schmuck, Koffer, Handtaschen, volle Einkaufstüten und sogar das Gemälde Der Mann mit dem Goldhelm. Davis bot die Sachen mit Vergnügen und Augenzwinkern an, sparte bei nicht den gängigen Geschmacksmustern entsprechenden Artikeln nicht mit Ironie, behielt dabei durchaus den Blick für das Preisgefüge. Handys wurden je nach Marke nicht zu billig angeboten, Jacken mit der Tatze als Emblem, natürlich auch nicht. Klar war auch: Keine Garantie, keine Gewährleistung. Geboten werden konnte in 50-Cent-Schritten oder auch in Fünf-Euro-Schritten.

Rasch wurde klar, dass professionelle Aufkäufer genauso unter dem Publikum waren, wie unbedarfte Amateure. Mit Handzeichen verständigten sich dabei manche Bieter untereinander, machten das Hals-durchschneide-Symbol, wenn der Kumpel nicht mehr mitbieten sollte.

Begehrt waren relativ moderne Handys, die zwischen fünf und fünfzehn Euro fast alle an einen Mann verkauft wurden. Offenbar ein Gebrauchthandyverkäufer.

Zu den Profis gehörten auch Claudio und sein Brunder. Sie ersteigerten für kleines Geld prall gefüllte Koffer und eine Aktientasche. Außerdem hatten sie es auf spezielle Fahrräder abgesehen. „Jetzt gehts um die Wurst“, raunte Claudio seinem Bruder zu. Für 55 Euro ersteigerte er schließlich ein Mountain-Bike der Marke Bulls Big Free. Ein bisschen müsse er investieren, dann könne er es für 600 bis 700 Euro wieder unter die Leute bringen - via E-Bay natürlich. Also - im Einkauf liegt der Segen. Auch Väter gab es, die sich freuten, das Kinderfahrrad für Sohn oder Tochter zum Schnäppchenpreis ersteigert zu haben. Und das Nachrodter Fundfahrrad mit Korb ging für 55 Euro weg. Der Iserlohner Frank Leukefeld freut sich, er nutzt das Rad selbst.

Auch der Mann mit dem Goldhelm (nicht echt) ging für 8 Euro weg. „Der macht sich gut im Ferienhaus“, hatte Auktionatorin Davis zuvor geworben. -

Peter von der Beck

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