AGN: Polizei schließt Brandstiftung aus

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Großbrand bei AGN: Mit einem Gabelstapler fährt ein Feuerwehrmann einen neuen Behälter mit Schaummittel zum Löschen heran. Nachschub erhielt die Freiwillige Feuerwehr aus Iserlohn. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Großbrand bei der Aluminium GmbH Nachrodt (AGN) am vergangenen Samstag ist nicht auf Brandstiftung oder Fahrlässigkeit zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis ist ein Sachverständiger der Polizei gekommen, der den Brandherd untersucht hat.

Der Brandsachverständige der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung der Polizei und ein Gutachter der Versicherung hatten ihre Arbeit erst am Dienstag aufnehmen können, weil der Schmelzofen, von dem am frühen Samstagmorgen das Feuer ausgegangen war, vorher noch zu heiß gewesen war. Die Polizei sei zu dem Ergebnis gelangt, dass das Feuer entweder durch Materialermüdung oder durch einen technischen Defekt an dem Schmelzofen entstanden sei, erklärte Polizei-Pressesprecher Norbert Pusch am Mittwoch. Dadurch sei flüssiges Aluminium aus dem Ofen in einen darunter liegenden Wartungstunnel gelangt und dort mit einer ölhaltigen Substanz in Kontakt gekommen. Durch die Hitze des flüssigen Metalls sei diese in Brand geraten, erläuterte Pusch weiter. Die Polizei habe ihre Ermittlungen zur Brandursache damit abgeschlossen.

Nach dem Ausbruch des Feuers hatten Mitarbeiter des Unternehmens zunächst eigene Löschversuche unternommen. Dabei hatte einer der Arbeiter vermutlich eine Rauchgasvergiftung erlitten und war ins Altenaer Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Mitteilung der Polizei musste er dort aber nur kurze Zeit behandelt werden.

Die Höhe des Sachschadens, den das Feuer in der Gießerei an der Hagener Straße angerichtet hat, bezifferte Polizeisprecher Pusch mit etwa 100 000 Euro. Darin seien allerdings die Betriebsausfallschäden des Unternehmens noch nicht enthalten, betonte er. Wie hoch der Schaden ist, der AGN durch den Produktionsausfall entstanden ist, ist unbekannt. Das Unternehmen wollte zu den Folgen des Brandes, bei dem mehr als 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst am Samstag bis zu zwölf Stunden im Einsatz waren, keine Auskunft geben. ▪ vg

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