"Ans Bett kommen die Sauen nicht"

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"Ich wüsste nicht, dass hier im Moment eine größere Jagd stattfindet", sagt Heiko Cordt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Überall knacken die Kronen und krachen die gefällten Bäume auf den Boden. Harvester rollen durch den Wald und sorgen für ein Spektakel, das die Wildschweine verschreckt. Sie verstecken sich. Aber wo genau, das weiß man nicht.

Ein großes Problem für die Jäger, die zudem unter Coronabedingungen jagen müssen und dürfen: Die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest ist akut. „Ich wüsste aber nicht, dass hier im Moment eine größere Jagd stattfindet“, sagt Heiko Cordt. 90 Prozent aller Jagden seien abgesagt. 

Vor ein paar Tagen war der Berufsjäger zur Jagd in Bad Berleburg. Seitdem vermisst er schmerzlich seinen jagderfahrenen Hund Bruno, der „vielleicht in einem Dachsbau ist“, sagt Heiko Cordt. Morgen fährt er in die Eifel. Dort werden sich vor der Jagd Hundeführer als auch Schützen zunächst einem Corona-Schnelltest unterziehen.

Jagen unter Coronabedingungen

 „Die Gesellschaftsjagden, wie wir sie kennen, werden nur dort stattfinden, wo immense Probleme aufgrund von Wildschäden auftauchen“, sagt Heiko Cordt. In Nachrodt-Wiblingwerde gibt es diese Schäden auch – aber nicht so erheblich wie in anderen Gebieten.

 Das Jagen unter Coronabedingungen ist mit einem großen Aufwand verbunden. Zudem sind viele Jäger auch älter, gehören zur Risikogruppe. Allein „auf der Pirsch“ sind dann die, die die zweite Nachthälfte nutzen, wie Heiko Cordt selbst auch, der schon einige Sauen geschossen hat. „Ans Sofa und ans Bett kommen sie nicht, man muss schon mal den Hintern hochkriegen“, appelliert er an die Jagdgenossen, wohl wissend, dass für die arbeitende Bevölkerung die Nacht-Jagd so einfach nicht zu bewältigen ist. 

Afrikanische Schweinepest

Dass die Jäger die Afrikanische Schweinepest aufhalten können, bezweifelt Heiko Cordt. Nachdem in Brandenburg ein verendetes Wildschwein positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet wurde, werden gefundene oder erledigte Tiere in NRW auf ASP untersucht, um rechtzeitige Informationen über ein Auftreten der Seuche zu erlangen. Die Wildschwein-Bejagung soll weiterhin intensiv betrieben werden, um zu große Wildschweinepopulationen zu verhindern. Das gilt auch für die Doppelgemeinde.

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