Besitzer: "Meines Erachtens haben die kleinen Hunde die großen gereizt."

Herrenlose Hunde im MK attackieren Chihuahuas - Frauchen schaltet Polizei ein

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Anja Berghöfer und ihre Tochter Joline mit den beiden kleinen Chihuahuas Harry und Armani

Zwei Ausreißer sorgten für Ärger: Weil die beiden Hunde Anja Berghöfer und ihre Hunde angriffen, hat sie Anzeige erstattet. Der Besitzer kann das nicht nachvollziehen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Nach zwei Erlebnissen hat Anja Berghöfer Anzeige erstattet, das Ordnungsamt eingeschaltet und sagt: „Es muss eine Lösung gefunden werden, die es den Menschen in Wiblingwerde ermöglicht, sich auf allen Spazierwegen sicher fühlen zu können.“ 

Grund des Kummers sind zwei Vierbeiner von Peter Gosselink, die immer mal wieder von seinem Grundstück ausgebüxt sind. Das Problem: Anja Berghöfers kleiner Chihuahua Armani war im Maul des Labradors und erlitt schlimme Verletzungen. Und auch sie selbst ist gebissen worden. 

„Der Hund hat bei ihr nicht zugebissen. Hätte er es, würde die Wunde ganz anders aussehen. Der Polizist, mit dem ich Kontakt hatte, meinte, man könnte nur eine leichte Rötung auf der Haut sehen“, sagt Peter Gosselink im Gespräch mit dem AK. Der psychologische Effekt sei schlimmer als die körperliche Verletzung. 

Erster Vorfall im November 2019

Während er es traurig findet, dass man so ein Drama um die Vorfälle macht, hat Anja Berghöfer die Nase voll. Harry und Armani heißen die beiden Chihuahua der Familie Berghöfer, die am Lohagen wohnt. Harry ist ein Jahr alt, Armani wird zehn. 

Der erste Vorfall ereignete sich Ende November 2019. In der Nähe des Hofes Waldemey auf einem Feldweg hatte Anja Berghöfer, die alleine mit ihren Hunden unterwegs war, die erste Begegnung mit den freilaufenden Hunden von Peter Gosselink. 

„Sie stürzten auf uns zu“, sagt Anja Berghöfer, die dann ihre Hunde auf den Arm nahm. Die für sie fremden Hunde, ein Landseer und ein Labrador, sprangen an ihr hoch. „Ich sah, dass der Besitzer angelaufen kam, und ich rief, dass er die Hunde zurückholen sollte. Aber sie hörten nicht auf ihn. Armani hat richtig geschrien“, erzählt Anja Berghöfer, die trotz der brenzligen Situation eigentlich keine Angst hatte. „Das sind ja friedliche Hunderassen, aber trotzdem darf so etwas nicht sein.“ 

Hund hat anderen Hund im Maul

Irgendwann sind die Hunde Richtung Brenscheid weggelaufen. Ein Gespräch mit dem Besitzer war im Anschluss „richtig freundlich“, wie Anja Berghöfer sagt. „Er hat versprochen, das Grundstück besser einzuzäunen.“ 

Als Anja Berghöfer weiterging, sah sie die Hunde beim Hof Hegemann. „Die bemerkten uns und dann ging es erst richtig los. Der Schwarze war richtig böse und hatte plötzlich Armani im Maul. Ich hab’ die Leine losgelassen, sonst hätte er dem Kleinen vielleicht den Kopf abgebissen.“ 

Als der Labrador vom Kleinen abließ, fuhr die Familie zum Tierarzt. „Wir waren alle völlig aufgelöst. Die Tierärztin hat selber angefangen zu weinen, weil sie die Kanüle in der Wunde versenken konnte. Wir hatten auch Sorge, dass es Verletzungen am Rückgrat gab, weil er nicht mehr laufen konnte.“ Doch Armani erholte sich wieder. „Er will mit anderen Hunden jetzt so gar nichts mehr zu tun haben.“ 

Besitzer zahlt Arztrechnung

Anzeige erstattete Anja Berghöfer im November noch nicht, schaltete aber das Ordnungsamt ein und sagt, dass sie nicht die einzige ist, die in Wiblingwerde schon Erfahrungen mit den beiden freilaufenden Hunden gemacht habe. Dass der Chihuahua gebissen wurde, bestreitet Peter Gosselink nicht. Er bezahlte die Arztrechnung. 

 „Das kann so furchtbar nicht gewesen sein. Es waren 180 Euro. Wenn ich die beiden impfen lassen, ist es schon teuer.“ Die Hunde seien weder aggressiv noch bissig. Der Labrador sei vielmehr verspielt. 

Der zweite Vorfall an Ostern kurz unterhalb der Reithalle Hegemann gab der Wiblingwerderin den Rest. „Uns kamen zwei Männer mit Kindern entgegen. Ihnen voraus liefen die beiden Hunde. Ich rief ihnen zu, dass sie doch bitte die Hunde anleinen sollten, aber sie gehörten gar nicht zu den Männern. Es waren wieder die beiden Tiere, die uns schon mal angegriffen hatten“, sagt Anja Berghöfer, die dieses Mal mit ihrem Mann Arnd und Tochter Joline unterwegs war. 

Labrador beißt in den Arm

„Die Hunde standen kläffend vor uns, die beiden Männer blieben bei uns stehen. Die Kinder weinten. Wir hatten unsere Hunde wieder auf dem Arm und die Hunde sprangen an uns hoch.“ 

Der Labrador biss Anja Berghöfer in den Arm. Es blutete nicht. „Wenn der Labrador oder unser Landseer zugebissen hätten, sähe das anders aus. Meines Erachtens haben die kleinen Hunde die großen gereizt, als sie auf dem Arm von Frau Berghöfer waren“, sagt Peter Gosselink. 

Alle standen, so erzählt es Anja Berghöfer, in Schockstarre auf dem Feldweg und warteten, dass die Hunde von ihnen abließen. Arnd Berghöfer rief die Polizei. „Das war schon krass.“ Anja Berghöfer erstattete Anzeige und hat jetzt einen Anhörungsbogen bekommen. Die Spazierrunde möchte sie nicht mehr machen. „Ich weiß ja nicht, was jetzt ist.“ 

Das Problem ist gelöst, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Das Gelände sei nun ausbruchsicher. „Wir haben uns vor Ort davon überzeugt.“ Der Besitzer der Hunde hat den Zaun so weit hergerichtet, dass die Tiere nicht mehr weglaufen können. 

"Darf nie mehr passieren"

„Er baut auch einen Sichtschutz zum Wanderweg, sodass die Hunde auch keinen Blick mehr auf die Spaziergänger haben können“, sagt Sebastian Putz, der zudem deutlich macht: „So etwas darf nie mehr passieren.“ 

Dass Anja Berghöfer mit ihrem Vorstoß, die Behörden einzuschalten, recht hat, darin bestehe kein Zweifel. Sebastian Putz hofft, dass alle Beteiligten mit den getroffenen Maßnahmen gut leben können und sich keine weiteren Vorfälle ereignen. 

„Alles ist in Ordnung“, verspricht Peter Gosselink. Das Problem sei behoben. Es habe zweimal auf dem großen Grundstück Löcher in den Hecken gegeben, wo die Hunde durchgeschlüpft seien. „Das habe ich nicht sofort gesehen.“ 

Drei oder vier Mal seien die beiden abgehauen, „aber wir haben sie auch sofort wiedergeholt. Eine Anzeige deshalb zu erstatten, ist wirklich lächerlich“, findet Peter Gosselink.

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