Abwassergebühr steigt für fast alle

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Bevölkerung der Doppelgemeinde muss für das Jahr 2015 mehrheitlich mit höheren Kosten für die Beseitigung ihres Abwassers rechnen. Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am Montagabend dem Gemeinderat einstimmig eine Anhebung der meisten Gebührensätze vorgeschlagen.

Die Schmutzwassergebühr, die aus dem Trinkwasserverbrauch errechnet wird, soll demnach zum 1. Januar um 8 Cent (1,9 Prozent) pro Kubikmeter steigen und dann 4,30 Euro betragen. Die Gemeindeverwaltung begründet das damit, dass die Rücklagen aus früheren Jahren jetzt aufgebraucht seien.

Wer noch über eine Kleinkläranlage verfügt, kommt dagegen deutlich günstiger weg. Die dafür entfallende Entsorgungsgebühr soll um 24,72 Euro (23,7 Prozent) sinken und nur noch 79,82 Euro pro Kubikmeter betragen. Dafür steigt für diese Einwohner allerdings die jährliche Grundgebühr um 12,24 Euro (26,4 Prozent) auf 58,55 Euro. Der Anstieg der Grundgebühren ist laut Verwaltung darauf zurückzuführen, dass die Kleinkläranlagen nicht mehr alle zwei Jahre, sondern nach Vorgabe einer Wartungsfirma geleert werden müssen. Durch eine neue Technik der Anlagen verlängerten sich die Leerungsintervalle.

Auch für die Entsorgung von Abwasser aus festen Gruben steigt die Gebühr: von 30,36 Euro pro Kubikmeter um 3,16 Euro (10,4 Prozent) auf 33,52 Euro; die Grundgebühr wird um 12,24 Euro (18,7 Prozent) auf 75,91 Euro pro Einwohner angehoben.

Für alle Einwohner sinkt die Gebühr, die für die Einleitung von Niederschlagswasser in den öffentlichen Kanal fällig wird – allerdings minimal. Anstatt der bisherigen 82 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche verlangt die Gemeinde ab 1. Januar nur noch 80 Cent.

Der Hauptausschuss stimmte den neuen Gebührensätzen zwar einstimmig zu, weil Gebühren immer kostendeckend erhoben werden müssen. Den einen oder anderen Politiker beschlich dabei aber offenbar ein ungutes Gefühl. „Die Frage ist, was uns die Selbständigkeit der Gemeinde eigentlich wert ist“, sagte CDU-Ratsherr Michael Schlieck angesichts steigender Steuern und Gebühren und ergänzte: „Ich hoffe nur, dass die Bürger nicht eines Tages auf die Barrikaden gehen!“

Die endgültige Entscheidung über die neuen Gebührensätze trifft der Gemeinderat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Montag ab 17 Uhr im Schlosshotel Holzrichter. Der Rat wird dann auch über die neuen Müllgebühren entscheiden. Die Zahlen, die die Basis für die Kalkulation bilden, liegen erst seit wenigen Tagen im Amtshaus vor. - Volker Griese

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