Vorwurfsvolle Blicke nach Badeverbot im Taufbecken

Die Kinder beschrifteten die Schuppen des Regenbogenfischs mit Begriffen, die für Freundschaft stehen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Pfarrer Wolfgang Kube musste einen vorwurfsvollen Blick einstecken: „Erwachsene sind manchmal echt doof!“ motzte der Regenbogenfisch amSonntag im Gottesdienst. Lilly, die mit dem schuppigen bunten Tier die Kinderbibelwoche begleitet hatte, konnte da nur einstimmen: Mit der ewigen Bestimmerei der Erwachsenen konnte sie nichts anfangen...

Dass Erwachsene Kindern sagen, was sie zu tun haben, war vor 2000 Jahren auch schon so, erfuhren die großen und kleinen Teilnehmer des Abschlussgottesdienstes. Selbst Jesus war laut Bibelüberlieferung Zeuge einer unschönen Begegnung geworden: In der Hoffnung, ein Wunder aus erster Reihe verfolgen zu können, hatten Erwachsene sich vorgedrängelt und den Kindern befohlen, sich im Hintergrund zu halten. „Jesus hat das aber nicht geduldet“, erklärte Wolfgang Kube. „Er hat den Erwachsenen gesagt, dass sie die Kinder zu ihm kommen lassen sollten. Er hat sie gesegnet und den Menschen etwas erklärt: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Kindliche Sichtweisen der Dinge sind also etwas Gutes, lernten der Regenbogenfisch und seine Freundin Lilly gestern. Trotzdem müssen Erwachsene Regeln aufstellen: „Wenn Mama und Papa sagen, dass das Zimmer aufzuräumen ist oder Ihr nicht überall mit hin dürft, dann tun sie das nicht, um Euch zu ärgern“, erklärte Kube seinen Gästen im Altarraum. „Sie stellen Regeln auf, weil Sie Euch lieb haben. Menschen, die Euch lieb haben, ist es nicht egal, was in Eurem Leben passiert.“

Das ist übrigens auch bei Freunden so. Während der Kinderbibelwoche hatten sich die jungen Teilnehmer, Lilly und der Regenbogenfisch intensiv mit dem Thema Freundschaft auseinander gesetzt. Echte Freunde zu finden, das lehrt die Bibel auch, ist nicht immer einfach. Woran eine gute Freundschaft festzumachen ist, schrieben die Gottesdienstteilnehmer am Sonntag auf die glitzernenden Schuppen des Regenbogenfisches.

Am Ende war auch der anfangs noch ein wenig übelgelaunte Meeresbewohner wieder versöhnlich gestimmt und gab eine seiner Glitzerschuppen an Pfarrer Kube ab – obwohl er dem Fisch ein Bad im Taufbecken verboten hatte....

Am Ausgang nahm sich die Gemeinde weitere Schuppen mit. Die konnten sogar die Farbe wechseln und stehen für die vielen bunten Facetten einer guten Freundschaft. - Ina Hornemann

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