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Winterdienst nur noch nach echtem Bedarf

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Winterdienst in Rennerde, ein Bild von Anfang Februar 2021.
Winterdienst in Rennerde, ein Bild von Anfang Februar 2021. © Machelett, Lydia

In Nachrodt-Wiblingwerde wird es keine 24-Stunden-Winterdienstbereitschaft mehr geben. Kommen die Räumfahrzeuge trotzdem? Natürlich.

Nachrodt-Wiblingwerde – Angefangen von Russland in Richtung Osteuropa bis zu den Alpen, aber auch über Skandinavien soll es laut den Berechnungen des europäischen Wetterdienstes mau aussehen, was Schnee betrifft. Aber es ist nur eine Prognose. Ob, wann und wo es die weiße Pracht geben könnte und wie viel Schnee in diesem Winter in der Gemeinde fallen wird, ist noch ungewiss. In Stein gemeißelt ist dagegen die Tatsache, dass es keine 24-Stunden-Winterdienstbereitschaft mehr für die Gemeinde geben wird. Das hat der Rat mit einer Enthaltung in dieser Woche so beschlossen. Die Bereitschaft wird nun an den Bedarf angepasst. „Wenn wir Wetterprognosen bekommen, die Eis und Schnee vorhersagen, kommt die Bereitschaft natürlich zum Zuge“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Es wurde hauptsächlich abends länger gefahren

Hintergrund ist die interkommunale Zusammenarbeit mit Altena und die Personalnot beim Baubetriebshof der Stadt, „die den Einsatz einer Rufbereitschaft unter Berücksichtigung von Ruhe- und Lenkzeiten erschwert“, wie es in der Vorlage zur Ratssitzung hieß. In Nachrodt-Wiblingwerde wurde die Winterdienstbereitschaft immer von November bis April rund um die Uhr angeordnet und in Rechnung gestellt, während es für die Stadt Altena im Bedarfsfall je nach Witterung die Anordnung einer Rufbereitschaft gibt. Rund um die Uhr bedeutete für die Doppelgemeinde: Es wurde hauptsächlich abends länger gefahren und „wenn nachts die Polizei anrief, weil es fürchterlich glatt war, was übrigens sehr selten vorkam, dann fuhr der Winterdienst raus“, erklärt Marc Trappe vom Bauamt. Normalerweise beginnt die Bereitschaft um 5 Uhr (bis 20 Uhr), zuvor fährt der Erkennungsdienst zur Kontrollrunde.

Hohe Kosten, wenig Einsätze

Fakt sind folgende Kosten und tatsächliche Einsätze in Nachrodt-Wiblingwerde: Im Winter 2019/2020 gab es Kosten in Höhe von 33 272,40 Euro bei vier Einsätzen, im Winter 2020/2021 Kosten von 25 775,40 Euro bei drei Einsätzen und im Winter 2021/2022 Kosten von 18 373,60 Euro bei einem einzigen Einsatz. Die Kosten für die 24-Stunden-Winterdienstbereitschaft werden nun eingespart, wobei die wöchentlichen Rufbereitschaften im Falle eines Schneeeinbruchs natürlich bezahlt werden müssen und sich die Einsparungen dann reduzieren.

Salzlager nutzt jetzt das Abwasserwerk

So oder so ist der Winterdienst oftmals Thema bei den Bürgern, von denen einige in den vergangenen Jahren immer wieder behauptet haben, dass früher – vor der interkommunalen Zusammenarbeit – das Schneeräumen besser geklappt habe. Doch im Winterdienst wird nach Prioritäten gearbeitet, die Mitarbeiter können nicht überall gleichzeitig sein und gerade auf den Höhen gibt es viele Herausforderungen. So gibt es im Bereich Oevenscheid beispielsweise immer wieder die Gefahr von größeren Schneeverwehungen. Das Salzlager an den Serpentinen wird nicht mehr als solches genutzt. „Muss der Winterdienst nicht immer nach Altena fahren, um Salz zu holen, und deshalb einen Riesenumweg machen?“, fragte Sonja Hammerschmidt (UWG) im Rat. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wurde das Salzlager abgegeben und wird nun vom Abwasserwerk genutzt. „Meistens wird über die Brachtenbeck gefahren, um nach Wiblingwerde zu kommen. Die Anfahrtswege sind also nicht weiter, das ist damals geprüft worden“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Man müsse aber im Beirat noch mal darüber sprechen.

Für den Notfall gerüstet

Übrigens: Nachts ist trotz der Entscheidung des Rates kein Dilemma vorprogrammiert. Es gibt noch die allgemeine 24-Stunden-Bereitschaft, bei der im Notfall auch eine Person mit dem Streuwagen rausfahren kann, wie Marc Trappe berichtet.

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