Abschied mit 87: Große Feier für Chorleiter Hermann Hülle

+
Hermann Hülle und seine Frau freuten sich über das Konzert.

Nachrodt-Wiblingwerde - Hermann Hülle hat mehr als 60 Jahre lang Musik gemacht. Nun tritt der frühere Chorleiter von der Bühne ab und bekam einen großen Abschied.

„Ich freue mich, dass Rainer das eingefallen ist“, sagte Hermann Hülle, der mit seiner Frau Inge den Bläsergottesdienst verfolgte, der ihm zu Ehren in der Wiblingwerder Kirche stattfand. 

87 Jahre alt wird er bald – und blickt auf einen besonderen musikalischen Werdegang zurück. Hermann Hülle war Jahrzehnte lang Chorleiter des Posaunenchors der Gemeinde und Kreisposaunenwart. Viele seiner ehemaligen Schützlinge spielten jetzt für ihn in der Kirche – mit einer sensationellen Akustik. 

„Als ich so zwölf Jahre alt war, haben wir in den Übungsstunden nur Mist gemacht. Aber wenn Hermann kam, haben wir die Hacken zusammengehauen. Da herrschte Disziplin“, erzählte Hellmut Gehwolf, der die Tuba spielte. Lieblingsinstrument von Hermann Hülle war die Trompete.  

Die Bläser spielen für Hermann Hülle.

„Ein Chorleiter kann schlecht mit einer Tuba vor dem Chor stehen“, meinte er lachend. „Unser ganzes Leben steht und stand, Gott loben das ist unser Amt“: Das ist der Psalm 100 und eine Lebensphilosophie von Hermann Hülle. 

Als der Zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 zu Ende ging, war er gerade zwölf Jahre alt. „Da hat unsere Mutter gesagt: ,So, jetzt wird Blasen gelernt.‘ Und im gleichen Monat haben auch mein Bruder und mein Vetter angefangen.“ Geübt wurde immer fleißig. „Ob die Töne schief waren oder nicht, und der Nachbar rief: ,Kannst du die Fenster nicht zumachen?‘“. 

Es war der Großvater von Rainer Nowak, der Hermann Hülle das Blasen beigebracht hat. „Und so war es durchaus etwas Besonderes, dass es Rainer Nowak war, der die Bläser am Sonntag dirigierte und Hermann Hülle verabschiedete. Bis vor eineinhalb Jahren hat Hermann Hülle Musik gemacht. 

So viele Erinnerungen sind mit der Musik verbunden, darunter etliche Posaunenfeste in der Balver Höhle. „Wenn 300, 400 Bläser zusammen sind, dann macht das richtig Spaß.“ Während früher die Blasmusik eine reine Männerdomäne war, sind heute auch Frauen aktiv – und waren auch beim Bläsergottesdienst dabei. Eine schöne Entwicklung, wie Hermann Hülle meint.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare