Nachrodter keine „Müllionäre“

Die Grafik gibt Aufschluss über die Entwicklung des Müllaufkommens in der Doppelgemeinde, Angaben jeweils in Kilogramm pro Einwohner. Die roten Balken stellen 2013 dar, die blauen das Jahr 2012. - Grafik: ZfA

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Nachrodt-Wiblingwerder haben sich bei der „Produktion“ von Müll im vergangenen Jahr zurückgehalten. So kamen pro Einwohner im vergangenen Jahr 251 Kilogramm Abfälle zusammen. Im Vorjahr waren es 266 Kilogramm.

Der Rückgang beläuft sich auf 6,6 Prozent. Das geht aus Zahlen hervor, die der Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) zusammengestellt hat. Der deutlichste Rückgang im Sektor Hausmüll würde mit minus 7,7 Prozent bei den Mini-Mülltonnen festgestellt. Signifikant ist auch ein „Einbruch“ bei der erfassten Sperrmüllmenge – sie ging um 21 Prozent zurück. Die weitaus größte Tonnage sammelt der ZfA über die 240-Liter-Tonnen ein. Nach 1168 Tonnen Abfall im Vorjahr kamen 2013 dann 1124 Tonnen zusammen. In dieser Entsorgungsklasse hat jeder Einwohner der Doppelgemeinde damit statistisch 172 Kilogramm Abfall produziert. Im Vorjahr waren es noch 176.

Interessant erscheint auch ein Blick auf eine Zusammenstellung über die Abfall- und Wertstoffmengen pro Kopf – diese Zahlen liegen allerdings nur für das ZfA-Gesamtgebiet vor: Die deutlichste Verschiebung gab es danach bei den Fernsehern - hier ging die Tonnage um satte elf Prozent zurück. Immerhin statistische 400 Gramm an Fernsehern hat jeder Einwohner entsorgt – im Vorjahr waren es noch 450 Gramm. Ebenfalls rückläufig zeigt sich bei einem Minus von 3,7 Prozent die Tendenz bei den Grünabfällen. Bei Elektrogroßgeräten und bei Kühlgeräten hat der ZfA dagegen jeweils eine Zunahme der Tonnage von um die zwei Prozent ermittelt. Altglas ist ganz leicht rückläufig (minus 0,15 Prozent), die Menge an Altpapier hat dagegen um fast 1,9 Prozent zugenommen. Zu Erinnerung: Diese Angaben beziehen sich auf Werte in Kilogramm pro Einwohner.

Insgesamt wurden im Auftrag des ZfA 58100 Tonnen „Abfälle zur Beseitigung“ an das Müllheizkraftwerk des Märkischen Kreises übergeben. Damit verringert sich die Menge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent. 2012 waren 59700 Tonnen eingesammelt worden. Der Rückgang verteilt sich Verbandsweit relativ gleichmäßig auf die so genannten Systembereich Umleerbehälter und Sperrmüll.

„Immer weniger Einwohner, immer weniger Hausmüll“ – auf diese einfache Formel hatte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper jüngst die Entwicklung bei der Menge des zu beseitigenden Siedlungsabfalls gebracht, der in Iserlohn verbrannt werden kann.

Im Jahr 2012 seien es noch gut 107 000 Tonnen gewesen, im vergangenen Jahr nur noch 104 000 Tonnen. „Die Prognose für dieses Jahr ist 101 000 Tonnen“, so Dienstel-Kümper in der Sitzung des Kreis-Ausschusses für Abfallwirtschaft.

„Wir haben allein in den vergangenen vier Jahren im Märkischen Kreis 18 000 Einwohner verloren. Das ist die Größe einer mittleren kreisangehörigen Stadt.“ Das mache sich eben auch bei der Müllmenge bemerkbar. Eine leicht gegenläufige Entwicklung gebe es bei Bau- und (bau)mineralischen Abfällen. Deren Menge stieg um gut 34 000 Tonnen auf 167 000 Tonnen. „Das mag daran liegen, dass aufgrund der niedrigen Bauzinsen mehr gebaut wird“, vermutete die Kreisdirektorin. - tk

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