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Fahrbahnerweiterung statt Vollsperrung: Neue Idee für wichtige A45-Umleitung

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Tiefbauer Sigi Müller und Peter Homann halten eine Verbreiterung der Fahrbahn lenneseitig zwischen ehemals Rastatt und ehemals Böhland für möglich, so dass eine Vollsperrung verhindert werden könnte.
Die Tiefbauer Sigi Müller und Peter Homann halten eine Verbreiterung der Fahrbahn lenneseitig zwischen ehemals Rastatt und ehemals Böhland für möglich, so dass eine Vollsperrung verhindert werden könnte. © Fischer-Bolz, Susanne

Alles denken – so lautet im Moment die Devise in der Doppelgemeinde. Bürgermeisterin Birgit Tupat will alles versuchen, um die Vollsperrung der B 236 während der Sprengung der Felsnase zu verhindern. Die Bauunternehmer Sigi Müller und Peter Homann halten eine temporäre Verbreiterung der Straße in Richtung Lenne für möglich. 

Nachrodt-Wiblingwerde – Geht vielleicht doch ein Weg an der Katastrophe vorbei? Möglichkeiten und Ideen gibt es – sie müssen nur gehört werden. Nicht einfach hinnehmen und schlucken möchte Bürgermeisterin Birgit Tupat die geplante Vollsperrung der B236 mitten in Nachrodt. „Ich habe mich mit versierten Bauunternehmern des Ortes getroffen, die bereits an ähnlichen Projekten mitgearbeitet haben. Sie sind der Meinung, dass es machbar ist, die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung durchzuführen, wenn auf der Lenneseite eine Fahrbahnverbreiterung hergestellt wird“, sagt Birgit Tupat und hat genau dies auch an Landesverkehrsministerin Ina Brandes geschrieben.

Aus Sicht der Bürgermeisterin, die damit sehr wahrscheinlich auf 100 Prozent Zustimmung aller Bürger, Unternehmer und Pendler trifft, müssen alle Chancen ergriffen werden, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden. Und genau diesen wird es auf jeden Fall geben, wenn die Felsnase im Rahmen einer fünfmonatigen Vollsperrung gesprengt werden soll.

Fahrbahnerweiterung statt Vollsperrung: Neue Idee für wichtige A45-Umleitung

„Das würde einen nicht absehbaren, erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten, da durch die B 236 das ganze Lennetal versorgt wird“, sagt Tupat. „Bereits jetzt werden Zuschläge durch Firmen in Rechnung gestellt, wenn sie in die Region Südwestfalen liefern sollen. Das wird durch die geplante Vollsperrung noch verschärft, da Zulieferer unter anderem erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssen, zumal die Umleitungsstrecken in vielen Fällen auch nicht für die Mehrbelastung an Fahrzeugen ausgerichtet sind.“

Die Idee für eine Fahrbahnerweiterung Richtung Lenne ist gar nicht so abwegig und unmöglich, wie es zunächst klingt. „Technisch geht das“, sagt Tiefbauer Sigi Müller. Die Bäume müssten zunächst gefällt werden. Die Böschung könne um vier, fünf Meter weiter in die Lenne getrieben werden. „Das kann man mit Sprengschutt machen“, sagt Sigi Müller und spricht von sehr grobem Material, das sich sehr gut verzahnen lässt, so dass die Böschung standfest errichtet werden könne.

Neue Idee für wichtige A45-Umleitung: Fahrbahnerweiterung besser als Vollsperrung

Interessant in diesem Zusammenhang: Straßen- und Tiefbauer Peter Homann hat sogar eine filmische Dokumentation davon, wie es gehen kann. Denn vor 25 Jahren wurde Ähnliches in Altena schon mal gemacht.

„Das wäre ja nur ein temporäres Bauwerk, was man hinterher wieder rausnehmen kann“, sind sich Sigi Müller und Peter Homann einig. „Dann müssten diese Arbeiten erst gemacht werden, so dass die eigentlichen Arbeiten nicht im April starten könnten.“ Für die Fahrbahnerweiterung zur Lenne müsste die B236 zwar auch ein paar Tage gesperrt werden, „aber das müsste man in verkehrsarmer Zeit oder am Wochenende machen“, sagt Sigi Müller und ergänzt: „Auch ich habe großes Interesse daran, dass diese Blockade, so wie sie jetzt geplant ist, nicht umgesetzt wird.“ Sigi Müller spricht von einem Schaden in Millionenhöhe für das wirtschaftliche Umfeld.

„Alles andenken“: Neue Idee für wichtige A45-Umleitung:

Alles andenken: Das ist der Wunsch. „Wenn sich am Ende herausstellt, dass das alles nicht geht, habe ich auch Verständnis. Aber doch bitte erst dann, wenn wir alle Möglichkeiten durchdacht haben“, findet Sigi Müller. Findet Peter Homann. Findet auch Birgit Tupat. „Eine Fahrbahnverbreiterung würde natürlich zusätzliche Kosten bedeuten und eine Abstimmung mit der oberen Wasserbehörde erfordern, aber das muss aufgrund der Brisanz in Kauf genommen werden, auch wenn der Landesbetrieb anderer Meinung ist“, sagt die Bürgermeisterin und ist ohnehin grundsätzlich der Meinung, dass Sprengungen zeitlich so getacktet werden könnten, dass Sperrungen nur temporär notwendig würden.

„Ich halte es daher für dringend und kurzfristig erforderlich, dass sich der Landesbetrieb hier vor Ort mit mir, der bauausführenden Firma und den ortsansässigen Bauunternehmern trifft, um die Machbarkeit der Vorschläge zu besprechen“, heißt es im Schreiben an Ina Brandes.

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