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A45-Umleitung: Große Angst vor der Vollsperrung

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Peter Meier hat für seine Mitarbeiter der Aral-Tankstelle vorsichtshalber  bereits Kurzarbeit angemeldet
Peter Meier hat für seine Mitarbeiter der Aral-Tankstelle vorsichtshalber bereits Kurzarbeit angemeldet © Fischer-Bolz, Susanne

„Es ist jetzt schon umsatztechnisch eine Katastrophe. Kommt die Vollsperrung, wissen wir nicht mehr weiter. Wir haben vorsichtshalber schon Kurzarbeit angemeldet“, sagt Peter Meier. Er betreibt die Aral-Tankstelle an der Altenaer Straße 29. Und auch seine Nachbarn vom Edeka und Netto sind in großer Sorge.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die ständigen Staus aufgrund der Baustellensituation rauben Peter Meier längst den letzten Nerv, bei einer kompletten Sperrung der B236 auch den letzten Cent. Und das gilt ebenso für seine Nachbarn beim Edeka und Netto. Angst haben alle vor dem geplanten Unheil. Der Durchgangsverkehr macht 80 Prozent der Kundschaft an der Aral-Tankstelle aus. Längst ist es recht ruhig geworden, weil „viele Pendler grundsätzlich schon anders fahren oder nicht mehr halten, weil jeder froh ist, wenn er durch den Stau kommt“, sagt Peter Meier. Eine Vollsperrung wäre das Tüpfelchen auf dem i, da dann selbst die Einheimischen nicht mehr kommen könnten.

„Idee von Tiefbauer bitte prüfen“

Die Öffnungszeiten – jetzt von 5 Uhr in der Früh bis 21 Uhr – , will Peter Meier erst einmal beibehalten, dann aber drastisch anpassen. Er hofft, dass die Idee der Tiefbauer Sigi Müller und Peter Homann nach bestem Wissen und Gewissen geprüft wird. Sie hatten eine Fahrbahnerweiterung zur Lenne vorgeschlagen, damit der Verkehr weiterlaufen kann und die Straße nur temporär bei Sprengungen der Felsnase gesperrt werden muss.

„Kein Interesse daran, dass wir den Bach `runtergehen“

Die Aral-Tankstelle ist erst Ende 2017 neu gebaut worden. „Zum Glück haben wir eine kulante Mineralölgesellschaft im Rücken, die einen Teil abfangen wird und kein Interesse daran hat, dass wir den Bach ‘runtergehen. Ohne Rückendeckung kann man das nicht stemmen“, sagt Peter Meier.

„Man muss pragmatische Lösungen finden“

Von einem Worst Case spricht auch Kai Kantimm, Chef des Edeka-Marktes. Ein Hauptproblem bei einer Vollsperrung sei die Anlieferung durch die Lieferanten, die erst über Iserlohn fahren müssen, um den Markt überhaupt erreichen zu können. „Die Idee von Sigi Müller ist super. Man muss jetzt pragmatische Lösungen finden“, sagt Kai Kantimm. Den Kopf in den Sand stecken, ist keine Option für ihn. „Jede verkaufte Bratwurst ist eine verkaufte Bratwurst.“ Durch die Pandemie und die Baustellen ist das alltägliche Geschäft bereits aktuell eine große Herausforderung – „und die laufenden Kosten bleiben“, sagt Kai Kantimm, der auch einen Markt in Lüdenscheid betreibt. Ein Pech kommt sozusagen selten allein.

Hoffnung auf Engagement der Bürgermeisterin

Großes Unheil sieht auch Annette Brennecke auf den Netto-Markt zukommen. Eine monatelange Sperrung wäre, so ist sie sich sicher, nicht zu verkraften. „Viele Kunden kommen aus Iserlohn und Lasbeck, andere fahren nach der Arbeit hier vorbei zum Einkaufen. Wenn sie hier nicht mehr hinkommen können, sehe ich schwarz“, so die Filialleiterin. Sie hofft auf das Engagement von Bürgermeisterin Birgit Tupat, die alle Hebel in Bewegung setzen möchte, um eine monatelange Vollsperrung zu verhindern.

Besuchstermin am 3. März

Wie am Montagabend bekannt wurde, wird wahrscheinlich die technische Direktorin des Landesbetriebs Straßen.NRW höchstpersönlich nach Nachrodt kommen: Dr.-Ing. Petra Beckefeld. Anvisierter Termin ist der 3. März. Der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (CDU) hatte immer wieder darauf gedrängt, dass sich die Entscheidungsträger vor Ort treffen.

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