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Eine Erstspenderin tapfer, die andere zu nervös

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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„Ich habe selbst schon mal eine Blutspende benötigt und deshalb möchte ich auch unbedingt spenden“, sagt Lena Alexius
„Ich habe selbst schon mal eine Blutspende benötigt und deshalb möchte ich auch unbedingt spenden“, sagt Lena Alexius © Fischer-Bolz, Susanne

Der eine sagt Ja, der andere Nein: Einig war sich das Blutspende-Team nicht, als ein junger Mann an der Anmeldung stand. Darf er eine Woche nach seiner Corona-Infektion mit mildem Verlauf Blut spenden?

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Blutspendebeauftragte Marina Schröder hielt sich an das, was der Blutspendedienst West offiziell mitteilt: Bei leichtem Krankheitsverlauf muss man nur eine Woche bis nach Abklingen der Symptome warten. Dr. Franz-Georg Wiese wollte aber lieber auf Nummer sicher gehen und riet zur vierwöchigen Pause, egal, wie der Verlauf war. „Die Blutspende ist ja eine Belastung für den Körper“, so der Unfallchirurg im Ruhestand, der das Blutspendeteam fast täglich unterstützt. Er führte in Nachrodt das Arztgespräch mit 82 Spendern in der Grundschule.

Vier Erstspender

Vier Erstspender waren dabei, darunter Lena Alexius. „Ich habe selbst schon mal eine Blutspende benötigt und deshalb möchte ich auch unbedingt spenden“, erzählte die 18-jährige Studentin, die zwar etwas aufgeregt war, sich dann aber tapfer „stechen“ ließ. „Nicht hingucken“, riet ihre Mama Denise Alexius schmunzelnd. Sie war zum siebten Mal dabei. „Man merkt kaum etwas“, meinte Lena, während eine andere Erstspenderin dann doch so nervös war, dass sie es sich kurz vor der Spende noch einmal anders überlegte.

340 Blutspender in diesem Jahr

Nur 47 Spender hatten sich dieses Mal angemeldet. Und so war längere Zeit nicht klar, ob der letzte Blutspendetermin in diesem Jahr in der Doppelgemeinde als zahlenmäßiger Erfolg gelten konnte. Doch viele kamen einfach vorbei, sodass in 2022 insgesamt 340 Frauen und Männer im Rahmen von vier Blutspendeterminen kamen – zwar kein Rekord, aber auch kein Einbruch im Vergleich zu den zwei vergangenen Jahren. Einige Blutspender sind schon lange dabei, wie Rainer Nowak, der jetzt sogar schon zum 125. Mal spendete, oder Harald Lange, der für 80 Spenden geehrt wurde. Kathrin Püschel freute sich über ihre 75. Spende, Gerhard Wilkes über 50 Spenden, Sandra Schwieren über 25. Für sie alle ist das Blutspenden eine Selbstverständlichkeit

Schwierige Zeiten

„Doch jetzt beginnen wichtige Wochen mit Blick auf die Patientenversorgung“, so der Sprecher des heimischen DRK-Blutspendedienstes West, Stephan David Küpper. „Wir kennen die schwierigen Zeiten beim Blutspendeaufkommen, denn im Herbst und Winter beeinflussen viele äußere Faktoren das Blutspendewesen“, so Küpper weiter. Durch Erkältungswellen, die Grippezeit und immer noch Corona-Infektionen würden viele potenzielle Blutspender ausfallen. Nach einer Erkältung sei man wieder blutspendefähig, sobald die Beschwerden verschwunden sind. Sicherheitshalber sei ein Puffer von einer Woche nach Abklingen sinnvoll.

Bei Akupunktur muss man etwas wissen

Übrigens: Wer eine Darmspiegelung hatte, muss vier Monate pausieren. Und wer regelmäßig zur Akupunktur geht, muss wissen: „Wenn das von Medizinern gemacht wird, ist das kein Problem. Wenn das aber jemand macht, der nachts die Nadeln in den Backofen legt und meint, morgens seien die wieder gut, dann ist eine Blutspende nicht sinnvoll“, so Dr. Franz-Georg Wiese. Spenden darf man bis zum 76. Lebensjahr. Die Zeiten, in denen die Altersgrenze aufgehoben war, sind vorbei. Junge Leute zu motivieren, ist nicht ganz so einfach, meint Dr. Franz-Georg Wiese. Zwar seien die Spendetermine beispielsweise in Berufskollegs recht erfolgreich, „dann aber scheitert es oft an der Zeit und an so vielen anderen Dingen, um die sich junge Leute kümmern.“

Spendetermine 2023: 15. Februar, 10. Mai, 9. August und 15. November.

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