Schweigen führt zum Freispruch für den Ehemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Weil eine möglicherweise misshandelte Ehefrau von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht hat, endete das Strafverfahren gegen einen 52-Jährigen aus Nachrodt im Amtsgericht Altena mit einem Freispruch.

Der Mann sollte am 10. Mai seine Frau an den Oberarmen gepackt und zu Boden geworfen haben. Anschließend sollte er sie erneut hochgezogen und so stark gewürgt haben, dass sie vorübergehend keine Luft mehr bekam. „Ich habe gar nichts gemacht. Ich wollte nur eine EC-Karte aus ihrer Hand nehmen“, versicherte der Angeklagte. Verletzungen, die sich seine Frau an jenem Tag zugezogen habe, seien auf fünf Stürze mit dem Fahrrad zurückzuführen. „Wenn ich sie geschlagen hätte – wie hätte sie dann noch nach Letmathe fahren sollen?“, argumentierte der Angeklagte.

Möglicherweise strebte die Frau einem Bahnhof zu, um von dort aus wegzufahren. Dass die 33-Jährige offenbar einen Schlussstrich gezogen hat und mit den beiden Kindern nach Düsseldorf umgezogen ist, machte es nachvollziehbar, dass sie als einzige Zeugin nichts zu den Vorgängen sagen und endgültig mit dieser Vergangenheit abschließen wollte. Weitere Beweismittel waren nicht vorhanden – ein Geständnis hatte der Angeklagte schon bei der polizeilichen Vernehmung nicht abgelegt und auch vor Gericht stritt er die Vorwürfe ab. So blieb nur ein Freispruch mangels Beweisen. - Thomas Krumm

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