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„Irgendwann muss es bergauf gehen“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Viele leere Plätze im Sozialausschuss: Wo war denn die SPD? Einsam: Andreas Foller als sachkundiger Bürger.
Viele leere Plätze im Sozialausschuss: Wo war denn die SPD? Einsam: Andreas Foller als sachkundiger Bürger. © Fischer-Bolz, Susanne

Wozu ist Geld gut, wenn nicht, um die Welt zu verbessern? Sagte einmal die Schauspielerin Elizabeth Taylor. Und so ähnlich formulierte es auch die UWG-Fraktion, die etwas Gutes tun möchte.

Nachrodt-Wiblingwerde – Gemeinsam mit dem fraktionslosen Ratsherrn Aykut Aggül stellte die UWG im Rahmen des Sozial- und Kulturausschusses den Antrag, jährlich 5000 Euro für Kulturveranstaltungen in den Haushalt aufzunehmen. Doch so einfach abgenickt wurde der Vorstoß nicht.

Rad nicht neu erfinden

„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Es gab diese Unterstützung bereits früher in unserer Gemeinde, doch sie musste aufgrund der Haushaltssicherung eingestampft werden“, erklärte Christiane Lange für die UWG. Vereine, Verbände, Initiativen sollen nun wieder finanziell bedacht werden, „aber nicht, wer zuerst kommt, malt zuerst“, so Christiane Lange.

Richtlinie erarbeiten

Bürgermeisterin Birgit Tupat schlug die Erarbeitung einer Richtlinie vor, sodass Anträge gerecht behandelt werden können. Doch kritische Anmerkungen gab es auch. Von Stefan Herbel: „Das ist ein falscher Ansatz“, meinte der Christdemokrat mit Blick auf den „auf Kante gestrickten Haushalt“. Und: Andere Bereiche, wie zum Beispiel der Sport, würden dann nicht bedacht. „5000 Euro sind nicht viel. Aber das Signal, sich gezielt die Kultur herauszupicken und anderes außen vor zu lassen, finde ich nicht richtig.“

„Standbein der Gesellschaft“

Dass er in seiner Fraktion mit dieser Meinung allein auf weiter Flur stand, verdeutlichten Jens-Philipp Olschewski („Mehrheitlich sind wir dafür. Wichtig ist uns eine gerechte Verteilung“) und Elfriede Sickart („In den letzten Jahren wurde wenig gemacht, das fehlt den Menschen. Kultur ist ein Standbein der Gesellschaft“). Von der SPD gab es keine Rückmeldung, da bis auf Andreas Foller als sachkundiger Bürger und Bernd Greif, der für Christian Pohlmann den Vorsitz im Ausschuss übernahm, niemand gekommen war.

„Eine Gemeinde und das Gemeinwesen leben von Aktivitäten“, unterstrich Regina Tschentscher (UWG), während Aykut Aggül es so formulierte: „Jahrelang mussten die Bürger viel einstecken. Aber irgendwann muss es doch bergauf gehen. Wir dürfen uns nicht wegducken, sondern müssen ein Signal setzen. Von den 5000 Euro können vier oder fünf Vereine profitieren.“ Letztlich gab es nur eine Gegenstimme von Stefan Herbel und die Empfehlung an den Rat, das Geld in den Haushalt einzustellen.

Keine Sitzung im Schlosshotel

Der Rat tagt übrigens nicht wie eigentlich geplant im Schlosshotel Holzrichter in Veserde. Aufgrund der Coronaentwicklung wird die Sitzung in der Sekundarschule stattfinden. Auch der feierliche Abschluss mit einem Weihnachtsessen wurde abgesagt. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat zum Sitzungsort Sekundarschule. Tatsächlich kann in der dortigen Aula aufgrund der vielen Fenster alles auf „Durchzug“ gestellt werden. Nichtsdestotrotz soll es feierlich zugehen. Schließlich wird der Heimatpreis an gleich vier Gewinner vergeben: Je 1250 Euro gehen an den Bürgerbusverein, den Kulturschock, an Aykut Aggül und die Nachbarschaftshilfe „Jeder soll jedem helfen“ sowie an Ernst Schnepper. Vor der Weihnachtsratsitzung am 6. Dezember ab 17 Uhr steht noch der Hauptausschuss am 29. November an. Darin geht es auch um einen SPD-Antrag: Mandatsträger, so der Wunsch, sollen keinen Ehrenamtspreis bekommen dürfen.

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